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Kakao im Milchaufschäumer: wie viel Schokolade hinein darf

Drei von vier Geräten im Vergleich machen heiße Schokolade. Bei der Menge sind sich die Hersteller fast einig — bei der Stückgröße geben sie genau entgegengesetzte Anweisungen. Wer die falsche befolgt, blockiert den Rührer oder wartet auf Schokolade, die sich nicht löst.

Dr. Michael NiestrojVeröffentlicht 01. September 2026Aktualisiert 01. September 20267 Min. Lesezeit
Inhalt · 8 Abschnitte
  1. 01Die Menge ist der einfache Teil
  2. 02Die Stückgröße: hier widersprechen sich die Hersteller
  3. 03Der Zeitpunkt entscheidet mit
  4. 04Wo ein Hersteller sich selbst widerspricht
  5. 05Was kein Hersteller veröffentlicht
  6. 06Die Reinigung ist der eigentliche Preis
  7. 07Das vierte Gerät kann es nicht
  8. 08Kurzfassung für den Kauf

Ein Milchaufschäumer mit Schokoladenfunktion klingt nach einer Taste mehr. Tatsächlich ist es die Funktion, bei der die Hersteller am weitesten auseinanderliegen — und zwar genau bei der Frage, die über eine trinkbare Tasse oder einen blockierten Rührer entscheidet: Wie groß dürfen die Schokoladenstücke sein, und wann kommen sie in die Milch?

Die Antworten von Severin und WMF sind nicht bloß unterschiedlich. Sie sind gegenteilig.

Das Wichtigste in Kürze

Geräte mit Schokoladenfunktion
3 von 4 in unserem Vergleich
Menge
rund 8 bis 10 Gramm Schokolade je 100 ml Milch
Stückgröße
mindestens 5 × 4 cm gegen „in kleine Stücke brechen“
Zeitpunkt
nach dem Programmstart gegen vor dem Programmstart
Nicht veröffentlicht
welche Temperatur die Schokoladenfunktion ansteuert

Die Menge ist der einfache Teil

Hier sind sich die beiden Hersteller, die überhaupt eine Zahl nennen, erstaunlich nah. Severin empfiehlt in der Bedienungsanleitung zum Spuma 700 (Stand 01/24) ausdrücklich zwei Mengen; WMF nennt in der Anleitung zum Lono Milk & Choc (Stand 10/24) keine Empfehlung, sondern eine Obergrenze.

GerätMilchSchokoladeUmgerechnet je 100 mlZu Amazon
Severin Spuma 700200 mlca. 15–20 g (Empfehlung)7,5 bis 10 g
Severin Spuma 700350 mlca. 30–35 g (Empfehlung)8,6 bis 10 g
WMF Lono Milk & Choc150–350 mlmax. 34 g (Grenze)bis 9,7 g bei voller KannePreis auf Amazon prüfenAnzeige

Bilder: WMF (Herstellerbild)

Die letzte Spalte ist unsere Rechnung, nicht die Angabe der Hersteller. Sie zeigt aber etwas Brauchbares: Severins Empfehlung und WMFs Obergrenze treffen sich bei rund zehn Gramm je hundert Milliliter. Wer keine Waage in der Küche hat, kann sich merken: eine gute halbe Tafel auf eine volle Kanne, ein Riegel auf eine Tasse.

Die Stückgröße: hier widersprechen sich die Hersteller

Jetzt wird es unangenehm. Beide Anleitungen sind an dieser Stelle sehr deutlich — und sie sagen das Gegenteil voneinander.

Severin schreibt für den Spuma 700: Die Schokolade vor dem Einfüllen kleinraspeln. Alternativ in Stücke mit einer Größe von mindestens 5 × 4 cm brechen, ausdrücklich „keinesfalls kleiner“. Und: keine angeschmolzene Schokolade einfüllen.

WMF schreibt für den Lono Milk & Choc: die Schokoladenstückchen zur Milch hinzufügen, für ein optimales Ergebnis die Schokolade in kleine Stücke brechen. Alternativ Schokoraspeln oder Trinkschokolade.

Der Grund dafür steht in keiner der beiden Anleitungen; er ergibt sich aber aus dem Aufbau, und so lesen wir ihn:

  • Beim Severin rührt der gerippte Einsatz mit aufgesetzter Abdeckung direkt in der Milch. Ein mittelgroßes Bruchstück passt zwischen die Rippen und bleibt dort — deshalb entweder fein geraspelt, damit es sich sofort löst, oder so groß, dass es gar nicht erst dazwischengeraten kann.
  • Beim WMF wird für dieses Programm das WMF Choc System eingesetzt: eine Milch-DISC mit aufgestecktem Schokokäfig. Die Stücke liegen im Käfig, nicht im Rührwerk. Dort ist klein besser, weil der Käfig das Blockieren ohnehin verhindert und kleine Stücke schneller schmelzen.

Dass die Größe wirklich der kritische Punkt ist, bestätigt WMF an anderer Stelle selbst: In der Störungstabelle steht als Ursache für „Schokolade löst sich nicht auf“ an erster Stelle, die Stücke seien zu groß — oder es sei eine schwer schmelzbare Sorte gewählt worden.

Der Zeitpunkt entscheidet mit

Auch hier: zwei Geräte, zwei Reihenfolgen. Beide Anleitungen sind eindeutig, und beide meinen ihr eigenes Gerät.

  1. 1

    Severin: erst starten, dann einfüllen

    Milch einfüllen, Deckel aufsetzen, Programm starten — und die Schokolade oder das Kakaopulver erst dann zugeben, wenn die Milch bereits gerührt wird. Dafür lässt sich der Deckeleinsatz im Betrieb herausdrehen. Der Hersteller nennt den Grund: Sonst kann der Rühreinsatz blockieren.

  2. 2

    WMF: erst einfüllen, dann starten

    Kühlschrankkalte Milch bis zwischen MIN und MAX einfüllen, Schokoladenstückchen dazugeben, Deckel aufsetzen, Programm „Heiße Schokolade“ wählen. Nach etwa drei Sekunden startet die Zubereitung von selbst.

  3. 3

    Beide: nicht überfüllen

    Für Schokolade gilt bei beiden Geräten die kleinere Marke, nicht die große. Severin: 350 ml sind die Grenze für alles, was gerührt und geschäumt wird — die 700 ml gelten nur fürs reine Erwärmen. WMF: 350 ml Milch beim Schokoladenprogramm, obwohl das Gerät für heiße Milch 500 ml zulässt.

Wo ein Hersteller sich selbst widerspricht

Beim Spuma 700 Plus, dem größeren Severin-Modell, stehen zwei Auskünfte nebeneinander, die sich nicht vertragen:

  • Das Datenblatt (Stand 27.03.2026) wirbt an zwei Stellen mit „heiße Schokolade aus ganzen Schokoladenstücken“ und nennt das eine „innovative Schokoladenfunktion“.
  • Die Produktseite desselben Modells beantwortet die Frage „Wie funktionieren die Aufsätze?“ so: Gerippter Quirl plus Deckelaufsatz diene zum „Mixen von Pulvern wie z.B. Schokolade, Protein oder Babynahrung“.

Ganze Stücke oder Pulver — das ist derselbe Unterschied wie oben, nur innerhalb eines Herstellers und für dasselbe Gerät. Für den Kauf heißt das nüchtern: Die Bedienungsanleitung schlägt die Produktseite. Sie liegt dem Gerät bei, sie wird bei Reklamationen herangezogen, und sie ist die einzige der beiden Quellen, die Mengen und Handgriffe überhaupt vollständig nennt.

Was kein Hersteller veröffentlicht

Eine zweite Lücke betrifft Pflanzendrinks: Zur Kombination Haferdrink und Schokolade sagt kein Hersteller etwas. Severin lässt für den Spuma 700 laut Anleitung nur Milch, heiße Schokolade und Kakao zu; WMF erlaubt allgemein auch Milch-Ersatz und nennt als Beispiel Soja, führt für das Schokoladenprogramm aber ausdrücklich nur Milch auf. Wer veganen Kakao machen will, bewegt sich also außerhalb dessen, was die Hersteller beschrieben haben. Warum Haferdrink überhaupt anders reagiert als Kuhmilch, steht im Ratgeber zum Aufschäumen von Hafermilch.

Die Reinigung ist der eigentliche Preis

Schokolade in der Milch heißt: Zucker und Fett auf einer heißen Fläche. Beide Hersteller schreiben deshalb dieselbe Bedingung in die Anleitung, und sie ist strenger als bei reinem Milchschaum.

  • Sofort reinigen. Severin verlangt, Milchbehälter, Rühreinsätze und Deckel unmittelbar nach jedem Gebrauch zu reinigen — bei Bedarf mit einer Bürste für den gerippten Einsatz — und keine Restmengen im Behälter zu lassen. WMF verlangt die Reinigung des Geräts und des Milk & Choc Systems nach jedem Gebrauch.
  • Zerlegen können. Beim WMF lässt sich das Choc System in Schokokäfig, DISC-Halterung und Milch-DISC zerlegen; Deckel, Dichtungsring, DISC und Krug sind spülmaschinengeeignet, nur der Gerätesockel wird feucht abgewischt. Beim Severin sind Milchbehälter, Rühreinsätze und Deckel spülmaschinengeeignet, die Basis nicht.
  • Abkühlen lassen. Beide Anleitungen verlangen eine Pause zwischen zwei Durchgängen: Severin ausdrücklich einige Minuten mit anschließender Reinigung, WMF ohne Zeitangabe. Zwei Tassen Kakao hintereinander sind bei keinem der Geräte ein Selbstläufer.

Das vierte Gerät kann es nicht

Von den vier Geräten unseres Vergleichs führt eines gar keine Schokoladenfunktion: Sage nennt für das Milk Café weder ein entsprechendes Programm noch ein Zubehörteil dafür. Auf der deutschen Produktseite kommt heiße Schokolade nur an einer einzigen Stelle vor — in einer Kundenbewertung, nicht in den Herstellerangaben.

Das ist kein Mangel des Geräts, sondern eine Eingrenzung seines Zwecks. Wer Kakao zur Bedingung macht, streicht das Milk Café damit aber von der Liste, so gut seine zwei Schaumscheiben sonst sind.

Kurzfassung für den Kauf

  • Rechne mit 8 bis 10 Gramm Schokolade je 100 ml Milch — das ist der Korridor, in dem sich Severins Empfehlung und WMFs Obergrenze treffen.
  • Lies die Stückgröße in der Anleitung deines Geräts nach. „Klein brechen“ ist beim einen Gerät richtig und beim anderen der Fehler.
  • Merke dir den Zeitpunkt: Severin erst nach dem Start einfüllen, WMF vorher.
  • Ein Schokokäfig ist kein Zubehör, sondern die Bauart. Er entscheidet, ob kleine Stücke erlaubt sind.
  • Kakaopulver geht bei beiden — Severin nennt es gleichrangig neben Schokolade, WMF nennt Trinkschokolade als Alternative.
  • Plane die Reinigung ein, nicht erst am nächsten Morgen. Und rechne mit einer Abkühlpause vor der zweiten Tasse.

Welches der vier Geräte welche Funktionen mitbringt — mit Gewichtung, Begründung und Methodenangabe je Kriterium — steht in der Bestenliste der Milchaufschäumer. Warum Haferdrink schneller ansetzt als Kuhmilch und was in die Spülmaschine darf, steht im Ratgeber zur Reinigung.

Häufige Fragen

Wie viel Schokolade brauche ich für eine Tasse Kakao im Milchaufschäumer?
Severin empfiehlt in der Bedienungsanleitung zum Spuma 700 etwa 15 bis 20 Gramm auf 200 ml Milch und 30 bis 35 Gramm auf 350 ml. WMF nennt für den Lono Milk & Choc keine Empfehlung, sondern eine Obergrenze von 34 Gramm bei maximal 350 ml Milch. Umgerechnet liegen beide Hersteller bei rund 8 bis 10 Gramm je 100 ml — diese Umrechnung ist unsere Rechnung, nicht ihre Angabe.
Wie groß dürfen die Schokoladenstücke sein?
Das hängt am Gerät, und die beiden Hersteller sagen genau das Gegenteil. Severin verlangt fein geraspelte Schokolade oder Stücke von mindestens 5 × 4 cm, ausdrücklich „keinesfalls kleiner“, weil sonst der Rühreinsatz blockieren kann. WMF empfiehlt, die Schokolade in kleine Stücke zu brechen — dort liegen die Stücke im Schokokäfig und nicht im Rührwerk. Eine allgemeine Regel gibt es nicht; es gilt die Anleitung des eigenen Geräts.
Warum löst sich meine Schokolade nicht auf?
WMF nennt in der Störungstabelle zwei Ursachen: zu große Stücke oder eine schwer schmelzbare Schokoladensorte. Der Rat des Herstellers lautet, das Schokoladenprogramm noch einmal zu starten. Dazu kommt ein Montagefehler, den beide Anleitungen beschreiben: Sitzt der Rühreinsatz beziehungsweise die Milch-DISC nicht mittig und eben auf dem Boden, rührt das Gerät nicht richtig.
Kann ich Kakaopulver statt Schokolade nehmen?
Ja, bei beiden Geräten. Severin führt Kakaopulver in der Anleitung gleichrangig neben Schokolade auf; das Programm heißt dort „heiße Schokolade/Kakao“. WMF nennt Schokoraspeln und Trinkschokolade als Alternative zu Stücken. Pulver hat einen praktischen Vorteil: Die Frage nach der richtigen Stückgröße stellt sich gar nicht erst.
Darf ich in jeden Milchaufschäumer Schokolade geben?
Nein. Beide Anleitungen grenzen den Zweck des Geräts ausdrücklich ein — Severin nennt Milch, heiße Schokolade und Kakao und verbietet andere Flüssigkeiten und feste Lebensmittel, WMF nennt Erhitzen und Aufschäumen von Milch sowie die Zubereitung heißer Trinkschokolade. Ein Gerät ohne vorgesehene Schokoladenfunktion, wie das Sage Milk Café, gehört nicht dazu: Der Hersteller führt dafür weder ein Programm noch ein Zubehörteil.
Funktioniert Kakao auch mit Haferdrink?
Dazu gibt es keine Herstellerangabe. Severin lässt für den Spuma 700 laut Anleitung nur Milch, Schokolade und Kakao zu. WMF erlaubt allgemein auch Milch-Ersatz und nennt als Beispiel Soja, führt für das Schokoladenprogramm selbst aber nur Milch auf. Ein Hafer-Programm hat kein Gerät im Vergleich. Wer es trotzdem versucht, sollte die kleinere Füllmenge nehmen und sofort ausspülen — Haferdrink enthält Zucker aus der Stärke, und der setzt sich zusammen mit der Schokolade fest.
Dr. Michael Niestroj, Herausgeber & verantwortlicher Redakteur

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Dr. Michael Niestroj

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.

Wie dieses Urteil entstanden ist

Bewertungsgrundlage: Datenanalyse aus Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Normwerten und ausgewerteten Fremdtests — kein eigener Praxistest. Deshalb schreiben wir „Empfehlung“ und nicht „Testsieger“.

KI-Transparenz: Recherche, Datenaufbereitung und Textentwurf entstanden mit KI-Unterstützung und wurden anschließend redaktionell geprüft und verantwortet. Details

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