Eine Stichsäge ist ein Motor mit einer Führung. Was schneidet, ist das Blatt. Und anders als bei der Maschine ist beim Blatt die Auswahl groß, unübersichtlich und billig — was dazu führt, dass die meisten Leute nehmen, was gerade im Koffer liegt.
Die Schnitttiefe der Maschine ist nur die Obergrenze
In unserer Bestenliste reichen die Schnitttiefen in Holz von 100 bis 135 Millimetern. Diese Zahl beschreibt, was die Maschine an Blatt bewegen und an Führung bieten kann — nicht, was du tatsächlich schneidest.
Denn geschnitten wird nur so tief, wie das Blatt bei ausgefahrenem Hub über die Fußplatte hinausragt. Ein Standardblatt von 75 Millimetern Länge kommt bei jeder Maschine im Feld auf ungefähr dieselbe Schnitttiefe — die 135 Millimeter bleiben ungenutzt, solange kein längeres Blatt eingesetzt wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Höchste Schnitttiefe in Holz im Feld
- 135 mm
Wer also ein Kantholz in einem Zug durchtrennen will, braucht zwei Dinge: eine Maschine, die es kann, und ein Blatt in passender Länge. Das zweite ist der Teil, den man leicht vergisst.
Der Schaft: T oder U
Oben am Blatt sitzt der Schaft, mit dem es in die Maschine greift. Es gibt praktisch zwei Formen:
- T-Schaft (auch Einnockenschaft): heute der Standard. Ein Rücken mit einer Nocke, passt in alle modernen Schnellspannaufnahmen.
- U-Schaft: älter, mit einer Aussparung. Kommt bei alten Maschinen vor.
Beide Geräte aus unserer Liste, für die wir die Aufnahme geprüft haben, wechseln werkzeuglos: Metabo mit einem Mechanismus, der das Blatt zusätzlich automatisch auswirft — der einzige Auswurf im Feld —, Makita mit einer Universalaufnahme. Wer kaufen geht, greift zum T-Schaft, wenn die Maschine nicht ausdrücklich etwas anderes verlangt.
Die Zahnung entscheidet über Material und Sauberkeit
Hier liegt der Fehler, der am häufigsten passiert. Die Regel dahinter ist einfach:
Wenige, große Zähne räumen viel Material weg. Sie schneiden schnell und grob, und sie brauchen Platz für den Span. Das passt zu Holz und zu Baustoffen, wo es auf Tempo ankommt.
Viele, kleine Zähne nehmen pro Zahn wenig ab. Sie schneiden langsam und sauber — und sie sind zwingend, sobald das Material dünn ist. Denn es müssen immer mindestens zwei bis drei Zähne gleichzeitig im Material greifen. Bei einem 1-Millimeter-Blech mit groben Zähnen hakt der Zahn ein und reißt statt zu schneiden.
| Material | Zahnung | Hubzahl |
|---|---|---|
| Bauholz, dickes Weichholz | grob, große Zahnabstände | hoch |
| Möbelplatte, Sperrholz sichtbar | fein, kleine Zahnabstände | mittel bis hoch |
| Kunststoff, Acryl | fein | niedrig — sonst schmilzt der Schnitt zu |
| Blech, NE-Metall | sehr fein | niedrig — Wärme ist der Feind |
Wo der Schnitt schief wird
Ein Stichsägeblatt ist ein langes, dünnes Stück Stahl, das nur oben gehalten wird. Es kippt nach hinten, wenn man drückt, und es weicht seitlich aus, wenn es einseitig belastet wird. Beides sieht man erst an der Unterseite des Werkstücks.
- 1
Nicht schieben, sondern führen lassen
Der Vorschub kommt aus der Zahnung, nicht aus dem Arm. Druck biegt das Blatt nach hinten, und die Schnittkante läuft unten weg.
- 1
Ein möglichst dickes Blatt nehmen
Je dicker der Blattrücken, desto weniger seitliches Spiel. Für saubere Schnitte in dickem Material ist die Blattdicke wichtiger als die Zahnung.
- 1
Bei Kurven ein schmales Blatt nehmen
Ein breites Blatt zwingt den Schnitt gerade. Für engen Radius braucht es ein schmales — das dafür seitlich weicher ist.
- 1
Spanreißschutz nutzen, wenn die Sichtseite oben liegt
Bei Metabo liegen Plättchen dafür bei. Alternativ: Sichtseite nach unten legen, denn die Zähne schneiden nach oben.
Warum die Führung des Blattes in der Maschine das eigentliche Qualitätsmerkmal ist — und warum nur einer der Hersteller in unserem Feld überhaupt etwas dazu sagt —, steht im Ratgeber zu Pendelhub und Sägeblattführung.
Was du im Koffer haben solltest
Drei Blätter decken den Heimwerkerbedarf weitgehend ab: ein grobes für Bauholz, ein feines für Möbelplatten und ein sehr feines für Blech. Alle drei mit T-Schaft. Und beim Holzblatt lohnt eine Version, die länger ist als das mitgelieferte — sonst bleibt die Schnitttiefe der Maschine ungenutzt.
Alle Geräte mit Schnitttiefen, Hubzahlen und Sägeblatthub stehen in der Bestenliste der Stichsägen. Dass Herstellerangaben zur Blattführung fast durchgehend fehlen, ordnet der Ratgeber zu fehlenden Herstellerangaben ein.
Das Gerät im Feld, dessen Hersteller die Sägeblattführung überhaupt beschreibt — und das das Blatt automatisch auswirft:
Häufige Fragen
Welches Stichsägeblatt für Holz?
Welches Blatt für Metall?
Was ist ein T-Schaft?
Warum wird mein Schnitt unten schief?
Kann ich die volle Schnitttiefe meiner Säge nutzen?

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.
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