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RatgeberDatenanalyseluftreiniger raumgröße berechnen

Luftreiniger: die beworbene Quadratmeterzahl gilt für zwei Luftwechsel

Auf jeder Packung steht eine Quadratmeterzahl. Sie ist keine Eigenschaft des Geräts, sondern das Ergebnis einer Annahme — und die Annahme ist meist großzügiger, als es für Allergiker taugt.

Dr. Michael NiestrojVeröffentlicht 31. August 2026Aktualisiert 31. August 20264 Min. Lesezeit

„Für Räume bis 98 m²“ ist keine falsche Angabe. Sie ist nur unvollständig, und der fehlende Teil ist der entscheidende: Wie oft wird die Luft in dieser Zeit umgewälzt?

Die Fläche allein ist keine Angabe

Ein Luftreiniger schiebt eine bestimmte Luftmenge pro Stunde durch seinen Filter. Diese Menge heißt CADR — Clean Air Delivery Rate — und steht in Kubikmetern pro Stunde. Sie ist die eigentliche Leistungsangabe.

Eine Quadratmeterzahl entsteht daraus erst durch zwei Annahmen: eine Raumhöhe und eine Zahl von Luftwechseln pro Stunde. Wer die Luftwechselzahl großzügig wählt, bekommt eine größere Fläche auf die Packung — ohne dass das Gerät etwas anderes tut.

Für Allergiker werden vier Luftwechsel pro Stunde empfohlen: Pollen und Hausstaub sollen häufig genug aus der Luft geholt werden, damit sie sich nicht wieder verteilen. Die beworbenen Flächen beruhen dagegen auf etwa zwei Luftwechseln oder weniger.

Die Rechnung, mit der du es selbst prüfst

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    Raumvolumen bestimmen

    Fläche mal Höhe. Wir rechnen im Folgenden mit 2,5 Metern — das ist eine Annahme für Neubauten und Wohnungen üblicher Bauart, keine Messung. In Altbauten mit 3,20 m fällt das Ergebnis entsprechend kleiner aus.

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    Mit den Luftwechseln multiplizieren

    Volumen mal vier ergibt den Durchsatz, den du für allergikergerechte Reinigung brauchst.

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    Mit dem CADR vergleichen

    Liegt der CADR darunter, ist der Raum zu groß — oder du musst mit weniger Luftwechseln leben.

Bei einer Raumhöhe von 2,5 Metern lässt sich das zu einer Faustformel zusammenziehen: Teile den CADR durch zehn, und du hast die Fläche in Quadratmetern für vier Luftwechsel.

Das Wichtigste in Kürze

Faustformel
CADR geteilt durch 10

Vier Geräte, gerechnet

GerätLuftdurchsatzBeworbene FlächeBei 4 LuftwechselnLuftwechsel bei beworbener Fläche
Levoit Core 400S400 m³/h (als CADR)bis 83 m²ca. 40 m²ca. 1,9
Philips AC2939380 m³/h (als CADR)bis 98 m²ca. 38 m²ca. 1,6
Comedes Lavaero 280280 m³/h (als Luftdurchsatz)bis 55 m²ca. 28 m²ca. 2,0
Levoit Core 300S240 m³/h (als CADR)bis 50 m²ca. 24 m²ca. 1,9

Die Klammern in der zweiten Spalte sind kein Beiwerk: Drei der vier Hersteller nennen den Wert ausdrücklich CADR, der vierte nennt ihn Luftdurchsatz. Beide stehen in Kubikmetern pro Stunde, aber CADR ist ein nach Prüfvorschrift ermittelter Wert für gefilterte Luft, während „Luftdurchsatz“ auch schlicht die Gebläseleistung beschreiben kann. Wir rechnen hier mit beiden, weisen den Unterschied aber aus — eine Zahl unter einem anderen Namen ist nicht automatisch dieselbe Größe.

Der auffälligste Fall ist die Philips: 98 beworbene Quadratmeter entsprechen bei 2,5 Metern Höhe einem Volumen von 245 Kubikmetern. Mit 380 m³/h wird diese Luft nicht einmal zweimal pro Stunde umgewälzt. Für allergikergerechte vier Luftwechsel bleiben rund 38 m² — ein Faktor von etwa zweieinhalb zwischen Packung und Praxis.

Wo diese Rechnung ihre Grenzen hat

Damit niemand die Faustformel für mehr nimmt, als sie ist:

  • Die Raumhöhe ist eine Annahme. Bei 3,20 m im Altbau sinkt die Fläche um ein Viertel.
  • Offene Grundrisse sind ein Raum. Wohnzimmer mit offener Küche zählen zusammen, nicht getrennt.
  • Der CADR gilt für die höchste Stufe. Und auf der höchsten Stufe ist das Gerät am lautesten. Wer nachts auf Stufe eins schaltet, hat einen Bruchteil des Durchsatzes.
  • Der Wert gilt für einen frischen Filter. Ein zugesetzter Filter senkt den Durchsatz, ohne dass sich die Zahl auf der Packung ändert — mehr dazu im Ratgeber zum Filterwechsel.

Der dritte Punkt ist im Alltag der wichtigste. Ein Gerät, das die Fläche nur auf der höchsten Stufe schafft, ist für ein Schlafzimmer die falsche Wahl — dort läuft es leise oder gar nicht. Deshalb ist ein Gerät mit Reserve besser als eines, das genau passt.

Was du daraus für den Kauf mitnimmst

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    Nach dem CADR suchen, nicht nach Quadratmetern

    Steht kein CADR da, kannst du nichts rechnen. Das ist selbst eine Information.

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    CADR durch zehn teilen

    Das ist deine Fläche für vier Luftwechsel bei 2,5 m Höhe.

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    Reserve einplanen

    Nimm ein Gerät, dessen gerechnete Fläche über deinem Raum liegt. Dann reicht eine mittlere Stufe, und das Gerät ist leise genug, um zu laufen.

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    Auf die Filterklasse achten

    Der Durchsatz sagt nichts darüber, was der Filter zurückhält. Welche Angaben dort belastbar sind, steht im Ratgeber zu HEPA-Filtern.

Auffällig in unserem Vergleich: Kein Hersteller nennt eine Filterklasse nach EN 1822. Dass solche Lücken über alle Segmente hinweg auftreten, zeigt der Ratgeber zu fehlenden Herstellerangaben. Alle vier Geräte mit CADR, gerechneter Fläche und Filterangaben stehen in der Bestenliste der Luftreiniger.

Das Gerät mit dem höchsten CADR im Feld — und damit der größten gerechneten Fläche:

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Raumgröße für einen Luftreiniger?
Multipliziere die Fläche mit der Raumhöhe, das ergibt das Volumen. Multipliziere das Volumen mit der Zahl der Luftwechsel, die du willst — für Allergiker sind vier pro Stunde die Empfehlung. Das Ergebnis ist der Durchsatz in Kubikmetern pro Stunde, den das Gerät liefern muss. Bei einer Raumhöhe von 2,5 Metern lässt sich das verkürzen: CADR geteilt durch zehn ergibt die Fläche in Quadratmetern für vier Luftwechsel. Ein Gerät mit 400 m³/h reicht damit für etwa 40 m².
Was ist CADR?
Clean Air Delivery Rate — die Menge gefilterter Luft, die ein Gerät pro Stunde abgibt, angegeben in Kubikmetern pro Stunde. Das ist die eigentliche Leistungsangabe eines Luftreinigers. Die Quadratmeterzahl auf der Packung ist daraus abgeleitet und hängt an zwei Annahmen: einer Raumhöhe und einer Zahl von Luftwechseln pro Stunde. Wer den CADR kennt, kann die Fläche selbst rechnen und ist nicht auf die Annahme des Herstellers angewiesen.
Warum stimmt die Quadratmeterangabe auf der Packung nicht?
Sie stimmt, beantwortet aber eine andere Frage. Die beworbenen Flächen beruhen in unserem Vergleich auf etwa zwei Luftwechseln pro Stunde oder weniger — für einen Raum ohne besondere Anforderung ein sinnvoller Wert. Für Allergiker werden vier empfohlen, und damit halbiert sich die Fläche etwa. Beim auffälligsten Gerät in unserem Vergleich stehen 98 beworbene Quadratmeter gegen rund 38 bei vier Luftwechseln. Das Problem ist nicht die Zahl, sondern die fehlende Angabe der Annahme.
Wie viele Luftwechsel pro Stunde brauche ich?
Für Allergiker gelten vier Luftwechsel pro Stunde als Richtwert: Pollen und Hausstaub werden dann häufig genug aus der Luft geholt, dass sie sich nicht wieder gleichmäßig verteilen. Wer nur gelegentlich Gerüche oder Staub reduzieren will, kommt mit zwei aus — das ist der Wert, auf dem die meisten Packungsangaben beruhen. In Räumen mit Rauch oder in Küchen kann mehr sinnvoll sein. Wichtig ist, die Zahl bewusst zu wählen, statt sie vom Hersteller vorgegeben zu bekommen.
Gilt der CADR auch auf niedriger Stufe?
Nein, und das ist im Alltag der wichtigste Vorbehalt. Der CADR gilt für die höchste Stufe — und dort ist das Gerät am lautesten. Wer nachts auf die niedrigste Stufe schaltet, hat einen Bruchteil des Durchsatzes und damit einen Bruchteil der Fläche. Deshalb lohnt es sich, ein Gerät mit Reserve zu nehmen: Wenn die gerechnete Fläche deutlich über dem Raum liegt, reicht eine mittlere Stufe, und das Gerät bleibt leise genug, um überhaupt zu laufen.
Zählt eine offene Küche zum Wohnzimmer?
Ja. Für die Rechnung ist entscheidend, welches Luftvolumen zusammenhängt, nicht wie der Grundriss benannt ist. Ein Wohnzimmer mit offener Küche ist ein Raum, und beide Flächen zählen zusammen. Dasselbe gilt für offene Treppenhäuser und Durchgänge ohne Tür. Wer nur die Wohnzimmerfläche rechnet, kommt auf ein zu kleines Gerät — und bekommt statt vier Luftwechseln zwei.
Dr. Michael Niestroj, Herausgeber & verantwortlicher Redakteur

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Dr. Michael Niestroj

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.

Wie dieses Urteil entstanden ist

Bewertungsgrundlage: Datenanalyse aus Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Normwerten und ausgewerteten Fremdtests — kein eigener Praxistest. Deshalb schreiben wir „Empfehlung“ und nicht „Testsieger“.

KI-Transparenz: Recherche, Datenaufbereitung und Textentwurf entstanden mit KI-Unterstützung und wurden anschließend redaktionell geprüft und verantwortet. Details

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