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Stromkosten selbst rechnen: von Watt zu Euro in zwei Schritten

Die Wattzahl steht auf fast jedem Gerät. Was sie im Betrieb bedeutet, steht nirgends. Die Umrechnung braucht zwei Schritte, eine Annahme — und bei zwei Geräten aus unseren Listen scheitert sie an einer fehlenden Angabe.

Dr. Michael NiestrojVeröffentlicht 31. August 2026Aktualisiert 31. August 20263 Min. Lesezeit

Die Leistungsaufnahme in Watt steht auf fast jedem Gerät. Sie sagt, wie viel Strom es in jedem Moment zieht — nicht, was es im Monat kostet. Dazwischen liegen zwei Rechenschritte, und die kann man selbst machen.

Schritt eins: von Watt zu Kilowattstunden

Eine Kilowattstunde ist die Energie, die ein Gerät mit 1.000 Watt in einer Stunde verbraucht. Die Umrechnung ist eine Division und eine Multiplikation:

  1. 1

    Watt durch 1.000 teilen

    Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt zieht 2 Kilowatt.

  1. 1

    Mit den Betriebsstunden multiplizieren

    2 Kilowatt über eine Stunde sind 2 Kilowattstunden. Über drei Stunden am Tag sind es 6 kWh täglich.

Schritt zwei: von Kilowattstunden zu Euro

Jetzt kommt die einzige Annahme in dieser Rechnung, und sie gehört dir: dein Strompreis je Kilowattstunde. Er steht auf deiner Abrechnung. Wir rechnen im Folgenden mit 0,35 Euro je kWh — das ist eine Annahme zur Veranschaulichung, kein Marktpreis, und du solltest sie durch deinen eigenen Wert ersetzen.

Damit ergibt sich für einen Heizlüfter mit 2.000 Watt: 2 kWh mal 0,35 Euro sind 0,70 Euro Stromkosten je Stunde.

Und für einen Ventilator mit 50 Watt: 0,05 kWh mal 0,35 Euro sind rund 1,8 Cent Stromkosten je Stunde.

Das Wichtigste in Kürze

Verhältnis Heizlüfter zu Ventilator
40 zu 1

Das Verhältnis ist die eigentlich nützliche Zahl: 2.000 Watt geteilt durch 50 Watt sind 40. Eine Stunde Heizlüfter kostet so viel Strom wie 40 Stunden Ventilator — unabhängig davon, welchen Preis du einsetzt. Das Verhältnis bleibt, auch wenn der Tarif sich ändert.

Was das für Dauerläufer bedeutet

Geräte mit kleiner Wattzahl fallen einzeln nicht auf und laufen dafür lange. Hier ist die Betriebsdauer der Hebel, nicht die Leistung:

GerätLeistungsaufnahme8 Stunden täglichüber 30 Tage
Ventilator Trotec TVE 1650 W0,4 kWh12 kWh
Ventilator Trotec TVE 30 T45 W0,36 kWh10,8 kWh
Heizlüfter Steba KH 4, kleine Stufe900 W7,2 kWh216 kWh
Heizlüfter Trotec TFC 21 E, volle Stufe2.000 W16 kWh480 kWh

Die Spanne zwischen der ersten und der letzten Zeile ist ein Faktor von 40. Wer bei Stromkosten sparen will, findet den Hebel nicht bei den Dauerläufern mit kleiner Leistung, sondern bei den Heizgeräten — und dort bei der Frage, ob die kleine Stufe reicht.

Warum die Stufe wichtiger ist als das Gerät

Alle vier Heizlüfter in unserem Vergleich haben mehrere Leistungsstufen, und der Unterschied ist erheblich: 900 gegen 1.800 Watt bei einem Gerät, 1.300 gegen 2.000 bei einem anderen, 1.200 gegen 2.000 bei einem dritten. Die kleine Stufe halbiert die Stromkosten ungefähr.

Ein Heizlüfter heizt einen Raum nicht schneller warm, wenn er mehr Watt zieht, als der Raum abgeben kann — er erreicht die Zieltemperatur nur früher und schaltet dann ohnehin ab oder herunter. Für Räume, die nur kurz warm werden sollen, ist die volle Stufe sinnvoll; für längeres Halten der Temperatur ist die kleine die sparsamere Wahl. Was für große Räume überhaupt möglich ist, steht im Ratgeber zu Raumgröße und Stromkosten und im Vergleich mit dem Ölradiator.

Bei zwei Geräten scheitert die Rechnung

Die ganze Umrechnung braucht eine einzige Angabe vom Hersteller: die Leistungsaufnahme. Zwei Geräte aus unseren Listen liefern sie nicht:

  • Der Ventilator Rowenta QV5040 nennt keine Leistungsaufnahme. Bei einem Gerät, das nachts stundenlang laufen soll, ist das die Angabe, die man für die Kostenfrage braucht.
  • Der Heizlüfter Rowenta SO6550F0 nennt eine Obergrenze von 2.400 Watt und drei Modi — ECO, MEDIUM, TURBO —, aber keine Wattzahl je Modus. Man kann also die Obergrenze rechnen, aber nicht den Modus, in dem das Gerät tatsächlich läuft.

Bemerkenswert daran: 2.400 Watt ist im Feld die höchste Leistung, und an einer üblichen Haushaltssteckdose ist bei etwa 2.000 Watt Dauerlast die sinnvolle Grenze. Ein Gerät, das darüber hinausgeht, sollte man nicht zusätzlich mit anderen Verbrauchern auf derselben Sicherung betreiben.

Dass fehlende Pflichtangaben ein Muster über alle Segmente hinweg sind, zeigt der Ratgeber zu fehlenden Herstellerangaben. Alle vier Heizlüfter mit ihren Stufen stehen in der Bestenliste der Heizlüfter, die Ventilatoren in der Bestenliste der Ventilatoren.

Der Dauerläufer mit der belegten Leistungsaufnahme aus der Tabelle oben:

Häufige Fragen

Wie rechne ich die Stromkosten eines Geräts aus?
In zwei Schritten. Erstens: Wattzahl durch 1.000 teilen, das ergibt die Leistung in Kilowatt. Mit den Betriebsstunden multiplizieren, das ergibt den Verbrauch in Kilowattstunden. Zweitens: Diesen Wert mit deinem Strompreis je Kilowattstunde multiplizieren — er steht auf deiner Abrechnung. Ein Gerät mit 2.000 Watt verbraucht in einer Stunde 2 kWh; bei einem angenommenen Preis von 0,35 Euro je kWh sind das 0,70 Euro Stromkosten. Die Annahme solltest du durch deinen eigenen Tarif ersetzen.
Was kostet ein Ventilator im Vergleich zu einem Heizlüfter?
Ungefähr ein Vierzigstel. Ein Ventilator aus unserem Vergleich nimmt 50 Watt auf, ein Heizlüfter bis 2.000 Watt — das ist ein Faktor 40. Eine Stunde Heizlüfter kostet damit so viel Strom wie 40 Stunden Ventilator, und dieses Verhältnis bleibt unabhängig vom Tarif. Praktisch heißt das: Wer im Sommer über Stromkosten nachdenkt, findet beim Ventilator kaum etwas zu sparen. Der Hebel liegt bei den Heizgeräten im Winter.
Spart die kleine Leistungsstufe wirklich Strom?
Ja, und zwar ungefähr proportional. Alle vier Heizlüfter in unserem Vergleich haben mehrere Stufen: 900 gegen 1.800 Watt bei einem Gerät, 1.300 gegen 2.000 bei einem anderen. Die kleine Stufe halbiert die Stromkosten je Stunde etwa. Wichtig ist der Unterschied zwischen Aufheizen und Halten: Zum schnellen Aufheizen ist die volle Stufe sinnvoll, zum Halten der Temperatur reicht meist die kleine — und dort läuft das Gerät die meiste Zeit.
Was mache ich, wenn der Hersteller keine Wattzahl nennt?
Dann lässt sich der Verbrauch nicht rechnen, und das ist ein Argument gegen das Gerät. Zwei Fälle aus unseren Listen: Ein Ventilator nennt überhaupt keine Leistungsaufnahme, ein Heizlüfter nennt nur eine Obergrenze von 2.400 Watt und drei Modi ohne Wattzahl je Modus. Behelfsweise steht die maximale Aufnahme oft auf dem Typenschild am Gerät selbst oder in der Bedienungsanleitung — beides hilft im Laden aber nicht. Ein Zwischenstecker mit Verbrauchsmessung schafft nach dem Kauf Klarheit.
Wie viel Watt hält eine Haushaltssteckdose aus?
Bei einem üblichen Stromkreis mit 16 Ampere Absicherung liegt die theoretische Grenze bei etwa 3.500 Watt, für Dauerlast setzt man sinnvoll etwa 2.000 Watt an. Das ist der Grund, warum die meisten Heizlüfter genau dort aufhören. Ein Gerät in unserem Vergleich geht auf 2.400 Watt — das ist zulässig, sollte aber nicht zusammen mit anderen starken Verbrauchern an derselben Sicherung laufen. Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel sind bei solchen Lasten der häufigste Schwachpunkt.
Dr. Michael Niestroj, Herausgeber & verantwortlicher Redakteur

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Dr. Michael Niestroj

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.

Wie dieses Urteil entstanden ist

Bewertungsgrundlage: Datenanalyse aus Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Normwerten und ausgewerteten Fremdtests — kein eigener Praxistest. Deshalb schreiben wir „Empfehlung“ und nicht „Testsieger“.

KI-Transparenz: Recherche, Datenaufbereitung und Textentwurf entstanden mit KI-Unterstützung und wurden anschließend redaktionell geprüft und verantwortet. Details

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