Die Leistungsaufnahme in Watt steht auf fast jedem Gerät. Sie sagt, wie viel Strom es in jedem Moment zieht — nicht, was es im Monat kostet. Dazwischen liegen zwei Rechenschritte, und die kann man selbst machen.
Schritt eins: von Watt zu Kilowattstunden
Eine Kilowattstunde ist die Energie, die ein Gerät mit 1.000 Watt in einer Stunde verbraucht. Die Umrechnung ist eine Division und eine Multiplikation:
- 1
Watt durch 1.000 teilen
Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt zieht 2 Kilowatt.
- 1
Mit den Betriebsstunden multiplizieren
2 Kilowatt über eine Stunde sind 2 Kilowattstunden. Über drei Stunden am Tag sind es 6 kWh täglich.
Schritt zwei: von Kilowattstunden zu Euro
Jetzt kommt die einzige Annahme in dieser Rechnung, und sie gehört dir: dein Strompreis je Kilowattstunde. Er steht auf deiner Abrechnung. Wir rechnen im Folgenden mit 0,35 Euro je kWh — das ist eine Annahme zur Veranschaulichung, kein Marktpreis, und du solltest sie durch deinen eigenen Wert ersetzen.
Damit ergibt sich für einen Heizlüfter mit 2.000 Watt: 2 kWh mal 0,35 Euro sind 0,70 Euro Stromkosten je Stunde.
Und für einen Ventilator mit 50 Watt: 0,05 kWh mal 0,35 Euro sind rund 1,8 Cent Stromkosten je Stunde.
Das Wichtigste in Kürze
- Verhältnis Heizlüfter zu Ventilator
- 40 zu 1
Das Verhältnis ist die eigentlich nützliche Zahl: 2.000 Watt geteilt durch 50 Watt sind 40. Eine Stunde Heizlüfter kostet so viel Strom wie 40 Stunden Ventilator — unabhängig davon, welchen Preis du einsetzt. Das Verhältnis bleibt, auch wenn der Tarif sich ändert.
Was das für Dauerläufer bedeutet
Geräte mit kleiner Wattzahl fallen einzeln nicht auf und laufen dafür lange. Hier ist die Betriebsdauer der Hebel, nicht die Leistung:
| Gerät | Leistungsaufnahme | 8 Stunden täglich | über 30 Tage |
|---|---|---|---|
| Ventilator Trotec TVE 16 | 50 W | 0,4 kWh | 12 kWh |
| Ventilator Trotec TVE 30 T | 45 W | 0,36 kWh | 10,8 kWh |
| Heizlüfter Steba KH 4, kleine Stufe | 900 W | 7,2 kWh | 216 kWh |
| Heizlüfter Trotec TFC 21 E, volle Stufe | 2.000 W | 16 kWh | 480 kWh |
Die Spanne zwischen der ersten und der letzten Zeile ist ein Faktor von 40. Wer bei Stromkosten sparen will, findet den Hebel nicht bei den Dauerläufern mit kleiner Leistung, sondern bei den Heizgeräten — und dort bei der Frage, ob die kleine Stufe reicht.
Warum die Stufe wichtiger ist als das Gerät
Alle vier Heizlüfter in unserem Vergleich haben mehrere Leistungsstufen, und der Unterschied ist erheblich: 900 gegen 1.800 Watt bei einem Gerät, 1.300 gegen 2.000 bei einem anderen, 1.200 gegen 2.000 bei einem dritten. Die kleine Stufe halbiert die Stromkosten ungefähr.
Ein Heizlüfter heizt einen Raum nicht schneller warm, wenn er mehr Watt zieht, als der Raum abgeben kann — er erreicht die Zieltemperatur nur früher und schaltet dann ohnehin ab oder herunter. Für Räume, die nur kurz warm werden sollen, ist die volle Stufe sinnvoll; für längeres Halten der Temperatur ist die kleine die sparsamere Wahl. Was für große Räume überhaupt möglich ist, steht im Ratgeber zu Raumgröße und Stromkosten und im Vergleich mit dem Ölradiator.
Bei zwei Geräten scheitert die Rechnung
Die ganze Umrechnung braucht eine einzige Angabe vom Hersteller: die Leistungsaufnahme. Zwei Geräte aus unseren Listen liefern sie nicht:
- Der Ventilator Rowenta QV5040 nennt keine Leistungsaufnahme. Bei einem Gerät, das nachts stundenlang laufen soll, ist das die Angabe, die man für die Kostenfrage braucht.
- Der Heizlüfter Rowenta SO6550F0 nennt eine Obergrenze von 2.400 Watt und drei Modi — ECO, MEDIUM, TURBO —, aber keine Wattzahl je Modus. Man kann also die Obergrenze rechnen, aber nicht den Modus, in dem das Gerät tatsächlich läuft.
Bemerkenswert daran: 2.400 Watt ist im Feld die höchste Leistung, und an einer üblichen Haushaltssteckdose ist bei etwa 2.000 Watt Dauerlast die sinnvolle Grenze. Ein Gerät, das darüber hinausgeht, sollte man nicht zusätzlich mit anderen Verbrauchern auf derselben Sicherung betreiben.
Dass fehlende Pflichtangaben ein Muster über alle Segmente hinweg sind, zeigt der Ratgeber zu fehlenden Herstellerangaben. Alle vier Heizlüfter mit ihren Stufen stehen in der Bestenliste der Heizlüfter, die Ventilatoren in der Bestenliste der Ventilatoren.
Der Dauerläufer mit der belegten Leistungsaufnahme aus der Tabelle oben:
Häufige Fragen
Wie rechne ich die Stromkosten eines Geräts aus?
Was kostet ein Ventilator im Vergleich zu einem Heizlüfter?
Spart die kleine Leistungsstufe wirklich Strom?
Was mache ich, wenn der Hersteller keine Wattzahl nennt?
Wie viel Watt hält eine Haushaltssteckdose aus?

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.
Bewertungsgrundlage: Datenanalyse aus Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Normwerten und ausgewerteten Fremdtests — kein eigener Praxistest. Deshalb schreiben wir „Empfehlung“ und nicht „Testsieger“.
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