Inhalt · 7 Abschnitte
- 01Was das Dörrgut trägt, und was der Hersteller dazu sagt
- 02Der Befund: „BPA-frei“ ist keine Materialangabe
- 03Der Befund: Keiner nennt den Kunststoff
- 04Der Befund: Caso nennt Edelstahl für die Teile ohne Lebensmittelkontakt
- 05Der Befund: Bei drei Geräten steht das Material nur in der Anleitung
- 06Der Weg vom Kunststoff weg — nur einer bietet ihn an
- 07Was das für die Gerätewahl heißt
Ein Dörrautomat ist ein Gerät, in dem Lebensmittel sehr lange liegen. Sechs bis fünfzehn Stunden bei 40 bis 70 Grad sind bei Fleisch normal, bei Aprikosen nennt ein Hersteller bis zu 24 Stunden. Wer fragt, ob das auf Kunststoff passiert, fragt nichts Exotisches.
Die Frage ist trotzdem schwer zu beantworten, und zwar nicht wegen der Geräte, sondern wegen der Auskunft. Wir haben alle sechs Geräte unseres Vergleichs noch einmal gelesen — Produktseiten und Bedienungsanleitungen — und nur auf eine Sache geachtet: Welches Teil berührt das Dörrgut, und was sagt der Hersteller über sein Material?
Das Wichtigste in Kürze
- Geräte mit Edelstahlebenen laut Hersteller
- 4 von 6
- Hersteller, die mit „BPA-frei“ werben
- 3 von 6
- Hersteller, die den verbauten Kunststoff benennen
- 0
Was das Dörrgut trägt, und was der Hersteller dazu sagt
| Gerät | Ebenen | Material der Ebenen | Weitere Teile mit Lebensmittelkontakt | Zu Amazon |
|---|---|---|---|---|
Klarstein Captain Jerky 110 | 10 Roste | Edelstahl (Produktseite) | keines aufgeführt; 1 Auffangblech, ohne Materialangabe | Preis auf Amazon prüfenAnzeige |
Rommelsbacher DA 950 | 6 Dörrtabletts | Edelstahl (Produktseite und Teilebild) | 1 Dörrgitter, 1 Dörrunterlage — im Teilebild beide „(Kunststoff)“ | Preis auf Amazon prüfenAnzeige |
Steba ED 80 | 8 Gitter | Edelstahl (Produktseite) | 1 Kräutermatte — „Silikon“ nur in der Anleitung; Tropfblech ohne Angabe | Preis auf Amazon prüfenAnzeige |
Gastroback 46602 | 6 Dörrgitter | Edelstahl (Anleitung) | Gittertablett „aus Kunststoffgitter“, Dörrtablett, Silikon-Müsliriegelform | Preis auf Amazon prüfenAnzeige |
Graef DA 506 | 6 Dörrgitter | Kunststoff (Produktseite) | — | Preis auf Amazon prüfenAnzeige |
Caso DH 450 | 5 Dörrebenen | keine Angabe | Deckel und 2 Dörrfolien ebenfalls ohne Angabe; 2 Silikonformen benannt | Preis auf Amazon prüfenAnzeige |
Bilder: Caso Design (Herstellerbild) · Gastroback (Herstellerbild, unterer Rand mit fremdem Testsiegel abgeschnitten) · Graef (Herstellerbild) · Klarstein (Herstellerbild) · Rommelsbacher (Herstellerbild) · Steba (Herstellerbild)
Vier von sechs Herstellern sagen also klar, dass die Fläche, auf der das Dörrgut liegt, aus Edelstahl ist. Einer sagt klar, dass sie es nicht ist. Einer sagt nichts.
Der Befund: „BPA-frei“ ist keine Materialangabe
Drei der sechs werben mit dem Wort. Es hängt jedes Mal an etwas anderem — und in keinem der drei Fälle sagt es, welcher Kunststoff wo verbaut ist.
| Hersteller | Wo „BPA-frei“ steht | Woran es hängt |
|---|---|---|
| Graef | im Beschreibungstext | direkt am Kunststoff: „sechs BPA freie Kunststoff-Dörrgitter“ |
| Rommelsbacher | in Klammern hinter einem Teil der Merkmalsliste | an einem von zwei Teilen, die das eigene Teilebild gleichermaßen „(Kunststoff)“ nennt |
| Klarstein | im Seitentitel und als eigene Zeile der Eigenschaftsliste | an keinem benannten Kunststoffteil — der Lieferumfang führt keines |
Der Rommelsbacher-Fall ist der aufschlussreichste, weil beide Quellen vom selben Hersteller stammen. Die Merkmalsliste der Produktseite sagt:
Inklusive: 6 robuste Edelstahl Dörrtabletts (30,5 x 33,0 cm), 1 Dörrgitter, 1 Dörrunterlage (BPA frei), Rezeptheft
Das Teilebild der Bedienungsanleitung führt die beiden letzten Teile dagegen als „Dörrgitter (Kunststoff)“ und „Dörrunterlage (Kunststoff)“ — gleicher Werkstoff, gleiche Stückzahl, direkt untereinander. Auf der Produktseite bekommt nur eines der beiden das Werbewort. Wer daraus schließt, das Dörrgitter sei aus Metall, schließt falsch.
Bei Klarstein ist es umgekehrt: „BPA-frei“ steht groß da, aber im Lieferumfang gibt es nichts, worauf es sich beziehen könnte. Geliefert werden laut Produktseite ein Dörrautomat, zehn Einschübe, ein Auffangblech und die Anleitung. Die zehn Einschübe sind laut Eigenschaftsliste „Roste aus Edelstahl“; beim Auffangblech nennt der Hersteller kein Material, das Wort selbst legt Metall nahe. Ein Kunststoffteil, das BPA-frei sein könnte, kommt in dieser Aufstellung nicht vor.
Der Befund: Keiner nennt den Kunststoff
Bei keinem der sechs Geräte lässt sich aus den Herstellerquellen sagen, welcher Kunststoff verbaut ist. Die Auskunft endet bei „Kunststoff“ beziehungsweise „Silikon“. Kein Polymername, keine Norm, kein Prüfbericht — nicht auf den sechs Produktseiten und nicht in den fünf Bedienungsanleitungen, die wir vollständig auslesen konnten. Die sechste, die von Klarstein, gibt ihren Text nur unvollständig her; über sie sagen wir deshalb gar nichts.
Der Befund: Caso nennt Edelstahl für die Teile ohne Lebensmittelkontakt
Das Caso DH 450 ist das einzige Stapelgerät im Feld: Fünf Ebenen stehen aufeinander, oben kommt ein Deckel darauf. Die Produktseite hebt hervor:
Abdeckung und Basis aus hochwertigem Edelstahl
Abdeckung und Basis sind genau die zwei Teile, auf denen kein Lebensmittel liegt. Das Dörrgut liegt auf den fünf Ebenen — und für die nennt Caso kein Material: nicht auf der Produktseite, nicht in der neunsprachigen Bedienungsanleitung, nicht im eigenen Maßbild. Der Lieferumfang der Anleitung listet „5 höhenverstellbare Dörrebenen“, „Deckel mit Lüftungsschlitzen“, „2 Silikonformen für Müsliriegel“ und „2 Dörrfolien“. Benannt ist genau ein Werkstoff, und der gehört zur Müsliriegelform.
Auf Casos eigenem Produktbild sind die fünf Ebenen durchsichtig. Damit ist Edelstahl ausgeschlossen — was sie stattdessen sind, ist es nicht: Durchsichtig kann Kunststoff heißen und Glas. Genau das ist der Punkt. Bei diesem Gerät lässt sich die Frage „ohne Plastik?“ aus Herstellerangaben nicht beantworten, in keine Richtung.
Der Befund: Bei drei Geräten steht das Material nur in der Anleitung
Wer die Produktseite liest und dort Edelstahl findet, hat noch nicht alles gelesen. Bei drei der sechs Geräte fehlt auf der Produktseite genau das Teil, das nicht aus Metall ist.
- Rommelsbacher nennt in der Merkmalsliste „1 Dörrgitter“. Dass es aus Kunststoff ist, steht nur im Teilebild der Anleitung.
- Steba listet „8 Edelstahl-Gitter (ca. 30 x 28 cm)“, „Hochwertiges Gehäuse aus Edelstahl“, „Entnehmbares Tropfblech“ und „Kräutermatte“. Die letzten zwei Punkte nennen keinen Werkstoff. Erst die Gebrauchsanweisung schreibt „Silikon-Kräutermatte“.
- Gastroback hat die genaueste Teileliste im Feld — „EDELSTAHL - DÖRRGITTER“, „GITTERTABLETT aus Kunststoffgitter“, „SILIKON MÜSLIRIEGEL-FORM“ — und lässt beim vierten Teil, dem Dörrtablett, das Material aus. Es fällt 20 Seiten später in einem Satz zur Vorbereitung: „Schützen Sie den Boden des Trockenraums mit dem Kunststofftablett.“ In der Teileliste desselben Dokuments heißt dasselbe Teil nur „DÖRRTABLETT“.
Das ist keine Täuschung, sondern eine Reihenfolge: Auf der Produktseite steht, was sich gut liest, in der Anleitung steht, was vollständig ist. Für diese Frage heißt das: Die Anleitung ist die Quelle, nicht die Seite.
Der Weg vom Kunststoff weg — nur einer bietet ihn an
Zwei Hersteller nennen Nachkaufteile mit Artikelnummer, und beide machen die Auskunft genau umgekehrt unvollständig.
Graef nennt das Material im Artikelnamen des Zubehörs: „Edelstahltabletts Art-Nr. 146548, 3 Stück“, „Kunststofftabletts Art-Nr. 146547, 3 Stück“, „Silikonmatten Art-Nr. 146550, 3 Stück“. Welche der drei Sorten im Karton liegt, sagt der deutsche Anleitungsteil dagegen nicht: Er hat kein Kapitel zum Lieferumfang, und die mitgelieferten Teile heißen dort von der Zubereitung bis zur Reinigung durchweg nur „Tabletts“. Dass es sechs Kunststoffgitter sind, steht ausschließlich auf der Produktseite.
Rommelsbacher macht es andersherum: Das Teilebild beschriftet jedes Teil mit Werkstoff, die Zubehörtabelle daneben nennt nur Teilenummern je Modell — Dörrtablett KY 1200, Dörrgitter KY 1210, Dörrunterlage KY 1220 für das DA 950 — und kein Material.
Für die Ausgangsfrage bleibt trotzdem ein brauchbares Ergebnis: Graef ist das einzige Gerät im Feld, dessen Ebenen im Auslieferungszustand aus Kunststoff sind — und das einzige, für das der Hersteller eine Edelstahlebene mit Artikelnummer anbietet. Wer das Gerät wegen seines Schubladen-Designs will, kann die Materialfrage also nachträglich lösen. Sechs Einschübe brauchen dafür zwei Dreierpackungen.
Was das für die Gerätewahl heißt
„Ohne Plastik“ ist bei dieser Geräteklasse als Ausschlusskriterium brauchbar, wenn man es auf die Ebenen bezieht — auf die Fläche, auf der das Dörrgut stundenlang liegt. Danach sortiert:
- Wer Edelstahlebenen und sonst kein benanntes Kunststoffteil will, hat im Feld genau einen Kandidaten: Klarstein. Zehn Roste aus Edelstahl, dazu ein Auffangblech, und im Lieferumfang keine Matte, keine Folie, keine Form. Ein Vorbehalt gehört dazu, und er betrifft uns, nicht den Hersteller: Die 108-seitige Bedienungsanleitung dieses Geräts lässt sich mit unseren Werkzeugen nur unvollständig auslesen — Tabellenwerte fehlen, und einzelne Sätze brechen ab. Alles, was hier zu Klarstein steht, stammt deshalb ausschließlich von der Produktseite; was in der Anleitung zusätzlich oder anders stehen mag, wissen wir nicht.
- Wer wissen will, welches Teil aus was ist, nimmt Rommelsbacher oder Gastroback. Beide beschriften in der Anleitung Teil für Teil. Bei beiden liegen Kunststoff- oder Silikonteile bei — man kann sie im Schrank lassen und mit den Edelstahlebenen arbeiten, weil die Hersteller sie als Zusatz führen und nicht als Voraussetzung.
- Wer Kunststoff im Lebensmittelkontakt ausschließen und trotzdem Steba nehmen will, lässt die Kräutermatte weg. Ohne sie sind acht Edelstahl-Gitter und ein Tropfblech im Gerät — bei letzterem allerdings wieder ohne Materialangabe des Herstellers.
- Wer Graef will, rechnet die Edelstahltabletts dazu. Im Auslieferungszustand ist es das einzige Gerät im Feld mit Kunststoffebenen.
- Wer Caso in Betracht zieht, sollte wissen, dass diese Frage hier unbeantwortet bleibt. Nicht negativ beantwortet — unbeantwortet. Es ist das einzige Gerät im Feld, bei dem der Hersteller für die Ebenen keinen Werkstoff nennt.
Welches der sechs Geräte in unserer Matrix wie abschneidet — und warum das Material dort nur ein Nebenkriterium ist —, steht im Vergleich der Dörrautomaten für Beef Jerky.
Wie warm es auf diesen Ebenen überhaupt wird, beantworten die Hersteller ebenso unterschiedlich — der Ratgeber zur Dörrtemperatur legt vier Tabellen nebeneinander. Dass diese Auskunftslücke keine Eigenheit der Dörrautomaten ist, zeigt derselbe Befund bei einer anderen Geräteklasse: Beim Wasserkocher ohne Plastik im Innenraum schweigt jeder Hersteller im Feld über den Dichtungsring. Eine Übersicht, welche Angaben in dieser Branche systematisch fehlen, steht im Ratgeber zu fehlenden Herstellerangaben.
Häufige Fragen
Gibt es einen Dörrautomaten ohne Plastik?
Welcher Dörrautomat hat Edelstahlgitter?
Was bedeutet „BPA-frei“ bei einem Dörrautomaten?
Aus welchem Kunststoff sind die Dörrgitter?
Kann man Kunststoffgitter gegen Edelstahl tauschen?
Dürfen die Dörrgitter in die Spülmaschine?
2 weitere Fragen dazu

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