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Die erste eigene Espressomaschine wird fast immer nach der falschen Zahl ausgesucht. Auf den Kartons stehen 15 bar, 20 bar, manchmal mehr, und es liegt nahe, dass mehr besser ist.
Ist es nicht. Und der Hersteller mit der niedrigeren Zahl schreibt es sogar selbst hin.
Erstens: Die bar-Zahl ist keine Rangliste
In der Bedienungsanleitung des Gastroback Barista Pro steht der Satz, der die Sache erledigt: Das Wasser wird „dem programmierten Extraktionsdruck (max. 15 bar)“ durch das Pulver gedrückt. Max. Programmiert. Die Zahl beschreibt eine Obergrenze der Pumpe, nicht den Druck, mit dem gebrüht wird.
In unserem Vergleich von vier Geräten trägt das Gerät mit der höchsten Zahl — 20 bar — nicht die beste Note. Die beiden Geräte mit 15 bar liegen davor.
Zweitens: Der Mahlgrad — hier fällt die Entscheidung
Beim Espresso läuft das Wasser in Sekunden durch das Pulver. Wie fein gemahlen wurde, bestimmt, wie lange es dafür braucht, und damit alles Weitere:
- Zu grob — das Wasser rauscht durch, der Espresso ist hell, dünn und sauer.
- Zu fein — es kommt kaum etwas an, was ankommt, schmeckt bitter.
Das Wichtigste in Kürze
- Mahlgrade beim Gerät mit Mahlwerk
- 30
- Mahlgrade bei fertigem Pulver
- 1
Ein Gerät mit eigenem Mahlwerk bietet in unserem Feld 30 Mahlgrade. Fertiges Pulver aus der Packung hat genau einen, und der ist ein Kompromiss für alle Maschinen. Damit lässt sich guter Kaffee machen — nur nichts nachjustieren, wenn der Espresso zu schnell läuft.
Für Einsteiger heißt das: Entweder ein Gerät mit Mahlwerk, oder eine Mühle dazu, oder die bewusste Entscheidung, mit fertigem Pulver zu leben. Was das jeweils bedeutet, steht ausführlich im Ratgeber zur Espressomaschine ohne Mahlwerk.
Drittens: Andrücken — die Zahl, die niemand erwartet
Das Pulver muss im Siebträger gleichmäßig und fest angedrückt werden, sonst sucht sich das Wasser den leichtesten Weg und läuft an einer Stelle durch.
Wie fest, sagt genau ein Hersteller in unserem Feld. In der Anleitung des Barista Pro steht: „Das Kaffeepulver sollte mit einer Kraft von 12-13 kg angedrückt werden.“
Das ist erheblich mehr, als die meisten beim ersten Mal aufwenden — und es ist ein Punkt, der nichts kostet. Ein Küchenwaagen-Test genügt: Siebträger auf die Waage, andrücken, ablesen. Danach hat man das Gefühl dafür.
Viertens: Das Wasser
Der Punkt, der beim Kauf niemanden interessiert und nach einem Jahr über die Maschine entscheidet. Kalk setzt sich im Heizsystem ab, die Brühzeit verlängert sich, irgendwann heizt das Gerät nicht mehr richtig.
Severin schreibt in der Gebrauchsanweisung des KA 5978 einen Satz, den man gelesen haben sollte: „Der Garantieanspruch erlischt bei Geräten, die aufgrund mangelnder Entkalkung nicht einwandfrei funktionieren.“
Zwei der vier Hersteller tun etwas dagegen: Severin nennt beim KA 5997 eine Wasserhärteeinstellung samt Entkalkungsfunktion, Gastroback legt dem Barista Pro einen Teststreifen für die Wasserhärte bei und gibt eine Tabelle mit Entkalkungsintervallen dazu. Wie oft tatsächlich entkalkt werden muss, steht im Ratgeber zum Entkalken.
Was ein Einsteigergerät haben sollte
Nach den vier Punkten oben, und nur nach ihnen:
| Sinnvoll | Warum |
|---|---|
| Ein Manometer | Der einzige Weg, den Druck zu sehen statt zu glauben — und daran zu lernen, ob der Mahlgrad passt |
| Ein Tamper im Lieferumfang | Sonst kommt er als erste Nachbestellung hinterher |
| Siebe für 1 und 2 Tassen | Sonst ist die Dosierung festgelegt |
| Ein abnehmbarer Wassertank | Weil er sonst am Gerät befüllt werden muss |
Und was nicht auf der Liste steht, obwohl damit geworben wird: eine möglichst hohe bar-Zahl.
Ein Hinweis zu sehr günstigen Geräten
In der untersten Preisklasse dieses Segments stehen Geräte, die aussehen wie Siebträger und anders arbeiten. Der Severin KA 5978 in unserem Vergleich ist so eines: Er hat keine Pumpe, sondern setzt den Wasserbehälter unter Dampfdruck, und die Gebrauchsanweisung verlangt „mind. 2 Tassen, max. 4 Tassen“ je Durchgang in eine Glaskanne. Ein einzelner Espresso ist nicht vorgesehen.
Das ist kein schlechtes Gerät, aber es ist ein anderes. Wer damit den Einstieg in Siebträger-Espresso versucht, wird die Erfahrung nicht machen, die er sucht.
Alle vier Geräte mit Noten und vollständiger Matrix stehen in der Bestenliste der Espressomaschinen ohne Kapseln.
Häufige Fragen
Welche Espressomaschine eignet sich für Einsteiger?
Wie viel bar sollte eine Espressomaschine für Einsteiger haben?
Brauche ich als Anfänger schon eine Kaffeemühle?
Wie fest muss man Espressopulver andrücken?
Was ist der häufigste Anfängerfehler?

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.
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