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Waffeleisen ohne PFAS: Wer es zusagt — und in welchem Dokument

Zwei der sechs Waffeleisen in unserem Vergleich werden ausdrücklich als PFAS-frei beworben. Beide Zusagen stehen in der Werbung — in den 295 Seiten der sechs mitgelieferten Bedienungsanleitungen kommt „PFAS“ nicht einmal vor. Der einzige Stoffausschluss, der es in ein Heft geschafft hat, ist der engere. Bei einem Gerät ließ sich die Angabe erstmals bei einem Dritten prüfen: beim Beschichtungshersteller.

Dr. Michael NiestrojVeröffentlicht 08. September 2026Aktualisiert 08. September 20268 Min. Lesezeit
Gehört zum VergleichWaffeleisen für belgische Waffeln: 6 Geräte im Vergleich2 weitere Fragen dazu am Ende des Beitrags
Inhalt · 7 Abschnitte
  1. 01Der Befund: In 295 Seiten Anleitung kommt „PFAS“ nullmal vor
  2. 02Der Befund, den man nicht erwartet: Der engere Ausschluss steht im Heft
  3. 03Severin hat ein Datenfeld für diese Frage — und füllt es einmal
  4. 04Steba: dieselbe Satzschablone, einmal mit und einmal ohne Zusage
  5. 05Einmal ließ sich die Angabe bei einem Dritten prüfen
  6. 06Und ganz ohne Beschichtung?
  7. 07Die Antwort in drei Sätzen

Die kurze Antwort: Zwei von sechs. Für das Unold 48275 und das Severin WA 2125 sagt der Hersteller ausdrücklich, dass die Beschichtung PFAS-frei sei. Bei den beiden Gastroback-Geräten steht „PFOA-frei“ — ein einzelner Stoff statt der Gruppe. Krups und Steba sagen zu ihren belgischen Geräten gar nichts.

Damit könnte der Ratgeber enden, und die meisten enden dort. Wir haben eine zweite Frage gestellt: Wo genau steht die Zusage? Denn eine Werbezeile auf einer Produktseite lässt sich am nächsten Tag ändern, ein gedrucktes Heft im Karton nicht. Die Antwort auf diese zweite Frage ist der eigentliche Befund — und sie ist bei jedem der sechs Geräte dieselbe.

Der Befund: In 295 Seiten Anleitung kommt „PFAS“ nullmal vor

Zu jedem der sechs Waffeleisen aus dem Vergleich der Waffeleisen für belgische Waffeln gehört eine Bedienungsanleitung. Zusammen sind das 295 Seiten. Wir haben sie auf die Zeichenfolge „PFAS“ durchsucht — in allen enthaltenen Sprachen, denn alle sechs Hefte sind mehrsprachig und die Abkürzung schreibt sich überall gleich.

AnleitungSeiten„PFAS“„PFOA“Zu Amazon
Severin WA 2125 / WA 21306800Preis auf Amazon prüfenAnzeige
Steba WE 20 Volcano2000Preis auf Amazon prüfenAnzeige
Krups FDD95D2700Preis auf Amazon prüfenAnzeige
Gastroback 424246106Preis auf Amazon prüfenAnzeige
Gastroback 42448 Pro 45106nur beim Hersteller
Unold 48275 Brüssel6800Preis auf Amazon prüfenAnzeige
Summe295012

Bilder: Gastroback (Herstellerbild, zugeschnitten) · Gastroback (Herstellerbild) · Krups (Herstellerbild) · Severin (Herstellerbild) · Steba (Herstellerbild) · Unold (Herstellerbild)

Das Wichtigste in Kürze

Seiten mitgelieferter Anleitung geprüft
295
Treffer für „PFAS“ darin
0
Hersteller, die „PFAS-frei“ bewerben
2 von 6
Wo diese zwei Zusagen stehen
Datenblatt und Produktseite

Die zwei PFAS-Zusagen des Feldes stehen also vollständig außerhalb der Unterlagen, die man mit dem Gerät bekommt. Bei Severin im Datenblatt-PDF:

Hochwertige PFAS-freie Keramikbeschichtung sorgt für eine mühelose Reinigung sowie einen unbeschwerten Waffelgenuss.
Severin, Datenblatt WA 2125, Stand 30.06.2026

Bei Unold im Beschreibungstext der Produktseite:

Die PFAS-freie keramische Antihaftbeschichtung „GREBLON Q-line Superior“, des deutschen Herstellers WEILBURGER, sorgt für eine umweltfreundliche Handhabung mit einer exzellenten Antihaftwirkung.
unold.de, Produktseite „Belgisches Waffeleisen Brüssel“, abgerufen am 07.09.2026

Beide Anleitungen kennen den Begriff nicht. Severins Heft benennt immerhin die Werkstoffklasse — es spricht von „keramisch-beschichteten“ Backflächen und warnt, die „keramische Beschichtung“ könne durch scharfe Gegenstände beschädigt werden. Unolds 68-seitiges Heft von Januar 2024 schreibt nur „Antihaft-Beschichtung“: weder „PFAS“ noch „Keramik“ noch „GREBLON“ kommen darin vor. Die mitgelieferte Anleitung ist dort älter als das Bauteil, mit dem geworben wird.

Der Befund, den man nicht erwartet: Der engere Ausschluss steht im Heft

Wer die Gruppe ausschließt, sagt mehr als wer einen einzelnen Stoff ausschließt. Man würde also erwarten, dass die beiden Häuser mit der weiter reichenden Zusage sie auch dort hinschreiben, wo sie verbindlicher wirkt. Es ist umgekehrt.

„PFOA“ steht in beiden Gastroback-Anleitungen sechsmal — und nicht im Kleingedruckten, sondern als eigene Kapitelüberschrift mit eigenem Eintrag im Inhaltsverzeichnis:

PFOA-FREIE ANTIHAFTBESCHICHTUNG — Die Waffelplatten, Scharniere und der Überlaufschutz sind mit einer Antihaftbeschichtung versehen.
Gastroback, Bedienungsanleitung 42448, Kapitel gleichen Namens

Dasselbe Kapitel steht im Heft des Schwestermodells, und in der Bauteilliste beider Geräte heißt es: „Die PFOA-freie Antihaftbeschichtung sorgt für einfaches Herauslösen der Waffeln.“

GerätZusageSteht in der WerbungSteht im mitgelieferten HeftZu Amazon
Unold 48275PFAS-frei, Keramik, Produktname, Zuliefererjanein — nur „Antihaft-Beschichtung“Preis auf Amazon prüfenAnzeige
Severin WA 2125PFAS-frei, Keramikja (Datenblatt)teilweise — „keramisch-beschichtet“, ohne PFASPreis auf Amazon prüfenAnzeige
Gastroback 42424PFOA-frei, Aluminiumgussjaja — eigenes KapitelPreis auf Amazon prüfenAnzeige
Gastroback 42448PFOA-frei, Aluminiumguss, 2 Lagenjaja — eigenes Kapitelnur beim Hersteller
Krups FDD95Dkeine„antihaftversiegelt“nein — alle vier Stoffbegriffe 0×Preis auf Amazon prüfenAnzeige
Steba WE 20keine„Antihaftbeschichtung“nein — alle vier Stoffbegriffe 0×Preis auf Amazon prüfenAnzeige

Bilder: Gastroback (Herstellerbild, zugeschnitten) · Gastroback (Herstellerbild) · Krups (Herstellerbild) · Severin (Herstellerbild) · Steba (Herstellerbild) · Unold (Herstellerbild)

Severin hat ein Datenfeld für diese Frage — und füllt es einmal

Die Produktseiten von Severin tragen eine ausführliche Datentabelle, und sie kennt eine Zeile, die genau die Frage dieses Ratgebers stellt: „Mögliche gefährliche Stoffe“. Von den sieben Severin-Waffelautomaten, die wir geprüft haben, hat genau einer diese Zeile — das Duo-Waffeleisen WA 2106. Dort steht kein Stoffname:

Mögliche gefährliche Stoffe: https://echa.europa.eu/de/scip-database *permanent update
severin.com, Produktseite WA 2106 Duo Waffeleisen

Beim WA 2125, dem Gerät aus unserem Vergleich und dem einzigen der sieben, für das Severin ausdrücklich „PFAS-frei“ bewirbt, fehlt die Zeile ganz. Beide Tabellen sind identisch aufgebaut und in derselben Reihenfolge; die des WA 2125 hat 19 Zeilen und endet mit „Beschichtung: antihaftbeschichtet“, die des WA 2106 hat 21 und führt danach noch „Kabelaufwicklung“ und „Mögliche gefährliche Stoffe“. Es ist also kein Lesefehler, sondern eine unterschiedlich gefüllte Vorlage.

Bemerkenswert ist das aus zwei Gründen. Erstens: Das strukturierte Feld, mit dem sich Geräte vergleichen ließen, existiert — es wird nur nicht benutzt. Zweitens: Dort, wo es benutzt wird, steht statt einer Auskunft ein Verweis auf eine Datenbank, in der man mit der Artikelnummer selbst suchen soll. Für einen Käufer, der vor dem Regal steht, ist das dasselbe wie keine Angabe.

Steba: dieselbe Satzschablone, einmal mit und einmal ohne Zusage

Steba führt fünf Waffeleisen. Alle fünf beschreiben die Beschichtung mit einem Satz, der fast gleich gebaut ist — und der Unterschied liegt genau in der Mitte:

Steba-GerätBauformDer Satz aus der Merkmalsliste„PFAS-FREE“-Siegel auf der Seite
WE 2Herzwaffeln„Fettarmes Backen dank PFAS-freier Keramikbeschichtungja
WE 3 XLHerzwaffeln„Fettarmes Backen dank Antihaftbeschichtung“ — dazu ein eigenes Merkmal „PFAS-freija
WE 1Herzwaffeln„Fettarmes Backen dank Antihaftbeschichtung“nein
WE 16Herzwaffeln„Fettarmes Backen durch Antihaftbeschichtung“nein
WE 20 Volcanobelgisch„Fettarmes Backen durch Antihaftbeschichtung“nein

Zwei der fünf Geräte tragen eine PFAS-Aussage, und das belgische ist nicht darunter. Wichtig ist dabei, was daraus nicht folgt: Es ist nicht so, dass Steba bei Herzwaffeleisen zusagt und bei belgischen schweigt — WE 1 und WE 16 sind ebenfalls Herzwaffeleisen und schweigen auch. Es sagt nur, dass Steba die Angabe bei zwei eigenen Geräten machen kann und beim belgischen nicht macht.

Einmal ließ sich die Angabe bei einem Dritten prüfen

Unold macht etwas, das im ganzen Feld sonst niemand tut: Es nennt nicht nur den Stoff, sondern auch den Zulieferer und den Produktnamen der Beschichtung — „GREBLON Q-line Superior“ des Herstellers WEILBURGER. Damit ist die Angabe zum ersten Mal überhaupt nachprüfbar, und zwar nicht beim Gerätehersteller. Wir haben am 8. September 2026 die Katalogseiten des Beschichtungsherstellers gelesen.

Die Zusage wird bestätigt. Der Zulieferer beschreibt Q-LINE als seine eigens dafür gebaute Linie:

Mit GREBLON® Q-LINE haben wir eine eigene Linie für PFAS-freie Beschichtungen entwickelt.
greblon.com (WEILBURGER), Produktseite Q-LINE, abgerufen am 08.09.2026

Und er grenzt sie auf der Startseite ausdrücklich von seiner zweiten Linie ab: „Ob klassische Fluorpolymerbeschichtungen in der CLASSIC-LINE oder die neue PFAS freie Produktreihe Q-LINE.“ Damit ist Unolds Aussage die einzige Beschichtungszusage in diesem Feld, für die es eine zweite, unabhängige Quelle gibt. Alle anderen stehen und fallen mit dem Wort des Geräteherstellers.

Ein Zusatz ließ sich nicht bestätigen. Der Q-LINE-Katalog führt zwölf Produkte, und alle tragen Buchstaben-Zahlen-Namen: für Elektrokleingeräte E 1000, EK 1500 und EK 3000, für Kochgeschirr CK 1800 bis CK 3000, für Backwaren B 1000 bis B 3000 COIL. Ein Produkt namens „Superior“ steht nicht darunter. Wir haben alle fünf abgerufenen Katalogseiten auf das Wort durchsucht: ein Treffer, und der ist die englische Werbezeile „Superior daily use performance“ beim Backwaren-Produkt BK 3000 — kein Produktname. Das ist ein Befund über den Katalog und kein Beweis, dass die Bezeichnung falsch ist; kundenspezifische Namen für dieselbe Rezeptur sind in dieser Branche üblich. Nachprüfbar ist die Linie, nicht der Zusatz.

Und der Zulieferer nennt eine Zahl, die kein Gerätehersteller nennt. Für alle drei Q-LINE-Produkte für Elektrokleingeräte steht in der Datenliste eine Grenze für den Lebensmittelkontakt:

GREBLON Q-LINE (Elektrokleingeräte)SchichtenLebensmittelkontaktTechnische Temperaturbeständigkeit
E 1000 (Silikonharzbasis)1230 – 250 °C (BfR)280 °C
EK 1500 (wasserbasierend)2230 – 250 °C (BfR)400 °C
EK 3000 (wasserbasierend)2230 – 250 °C (BfR)400 °C

Der Beschichtungshersteller veröffentlicht also Schichtzahl, Schichtdicke, Basis und zwei Temperaturgrenzen — und die Waffeleisenhersteller, die diese Schichten verbauen, veröffentlichen davon nichts. Keiner der sechs nennt zur Beschichtung eine Temperaturgrenze. Ob ein bestimmtes Gerät im Betrieb unter 230 °C bleibt, lässt sich aus den Unterlagen der sechs Hersteller deshalb nicht prüfen; die Frage, was die Reglerstellungen der Geräte überhaupt in Grad bedeuten, ist eine eigene und gehört nicht in diesen Ratgeber.

Und ganz ohne Beschichtung?

Das ist die zweite Hälfte derselben Frage, und sie hat eine kurze Antwort: Es gibt keine. In einer Vorprüfung haben wir 15 Waffeleisen von vier Herstellern einzeln geladen — Severin, Steba, Rommelsbacher und Caso. Kein einziges kommt ohne Antihaftschicht aus. Bei jedem steht entweder „antihaftbeschichtet“ im Datenfeld oder eine Beschichtung im Merkmalstext.

Das ist kein Zufall und auch keine Nachlässigkeit der Hersteller. Eine belgische Waffel liegt in tiefen Mulden mit senkrechten Wänden; ohne Antihaftschicht wäre sie nur mit Fett und Gewalt herauszubekommen. Wer eine unbeschichtete Backfläche will, landet bei gusseisernen Waffeleisen für den Herd oder das offene Feuer — eine andere Geräteklasse, die wir nicht führen und über die wir deshalb nichts behaupten.

Die brauchbare Frage lautet deshalb nicht „ohne Beschichtung?“, sondern „welche, und wie genau sagt es der Hersteller?“. Genau danach ist in unserem Vergleich ein Kriterium mit 15 Prozent Gewicht gebaut, und wie es für jedes der sechs Geräte ausfällt, steht in der Bestenliste mit der vollständigen Matrix.

Die Antwort in drei Sätzen

  • Zwei von sechs sagen „PFAS-frei“ zu — Severin im Datenblatt, Unold auf der Produktseite. Bei Unold ist die Zusage über den genannten Zulieferer als Einzige unabhängig belegbar, bei Severin nicht.
  • Keine der beiden Zusagen steht in der mitgelieferten Anleitung. In 295 Seiten kommt „PFAS“ nullmal vor. Was dort steht, ist bei zwei Geräten der engere Ausschluss: „PFOA-frei“, bei Gastroback als eigenes Kapitel.
  • Wer nichts sagt, sagt damit nicht „nein“. Krups und Steba nennen zu ihren Geräten keinen Werkstoff und keinen ausgeschlossenen Stoff. Das heißt nicht, dass PFAS enthalten ist — es heißt, dass man es nicht erfährt. Wir schätzen es nicht.

Dass Herstellerangaben in dieser Geräteklasse auch an anderen Stellen fehlen oder sich widersprechen, zeigt der Ratgeber zu fehlenden Herstellerangaben. Wie lange eine belgische Waffel backt und warum die Kontrollleuchte dabei nicht hilft, steht im Ratgeber zur Backzeit.

Häufige Fragen

Gibt es ein Waffeleisen ohne PFAS?
Ja, zwei der sechs Geräte in unserem Vergleich werden ausdrücklich so beworben: Severin nennt im Datenblatt des WA 2125 eine „hochwertige PFAS-freie Keramikbeschichtung“, Unold auf der Produktseite des 48275 eine „PFAS-freie keramische Antihaftbeschichtung ‚GREBLON Q-line Superior‘“ des Zulieferers WEILBURGER. Bei Unold ließ sich das nachprüfen: Der Beschichtungshersteller beschreibt seine Linie GREBLON Q-LINE auf der eigenen Katalogseite als „eine eigene Linie für PFAS-freie Beschichtungen“ und grenzt sie von seinen Fluorpolymer-Beschichtungen der CLASSIC-LINE ab. Es ist die einzige Beschichtungsangabe in diesem Feld, für die es eine zweite, unabhängige Quelle gibt. Der Zusatz „Superior“ ließ sich dagegen nicht bestätigen — im Q-LINE-Katalog stehen zwölf Produkte, alle mit Buchstaben-Zahlen-Namen, keines heißt so.
Warum steht „PFAS-frei“ nicht in der Bedienungsanleitung?
Diese Frage können wir nicht beantworten, aber wir können sie belegen: Wir haben die sechs Bedienungsanleitungen des Vergleichs mit zusammen 295 Seiten auf die Zeichenfolge durchsucht — in allen enthaltenen Sprachen, weil alle sechs Hefte mehrsprachig sind. „PFAS“ kommt kein einziges Mal vor. Bei Unold ist eine Erklärung wenigstens erkennbar: Die verlinkte Anleitung trägt den Stand Januar 2024, und ein Galeriebild derselben Produktseite vom Februar 2026 wirbt mit „Neu mit PFAS-freier Beschichtung“. Das Heft ist damit älter als das Bauteil. Bei Severin passt es nicht zusammen: Das Datenblatt trägt den Stand 30.06.2026 und nennt PFAS, die Anleitung von 12/24 spricht von „keramisch-beschichteten“ Backflächen und nennt keinen ausgeschlossenen Stoff.
Ist „PFOA-frei“ dasselbe wie „PFAS-frei“?
Nein, und der Unterschied ist in diesem Feld der wichtigste. PFOA ist ein einzelner Stoff, PFAS die sehr große Stoffgruppe, zu der er gehört — „PFOA-frei“ schließt also ein Mitglied aus, „PFAS-frei“ die ganze Gruppe. Für unseren Vergleich heißt das: Die beiden Gastroback-Geräte, die „PFOA-freie Antihaftbeschichtung“ zusagen, machen die engere Aussage; sie nennen zudem den Träger („Waffelplatte aus Aluminiumguss“) und beim Pro 4 die Lagenzahl, aber nicht den Werkstoff der Schicht selbst — PTFE und Teflon kommen in ihren Anleitungen nicht vor. Bemerkenswert ist, wo die Aussagen jeweils stehen: Die engere steht bei Gastroback als eigenes Kapitel in der mitgelieferten Anleitung, die weiter reichende bei Severin und Unold nur in Werbematerial. Was die Abkürzungen chemisch bedeuten, steht in unserem Ratgeber zu PFAS in Pfannen.
Gibt es ein Waffeleisen ganz ohne Beschichtung?
Bei den erreichbaren Herstellern nicht. Wir haben in einer Vorprüfung 15 Waffeleisen von vier Häusern einzeln geladen — Severin, Steba, Rommelsbacher und Caso — und kein einziges kommt ohne Antihaftschicht aus. Der Grund liegt in der Bauform: Eine belgische Waffel steht in tiefen Mulden mit senkrechten Wänden, und ohne Antihaftschicht kommt sie dort nicht heraus. Unbeschichtete Backflächen findet man bei gusseisernen Waffeleisen für Herd oder offenes Feuer; das ist eine andere Geräteklasse, die wir nicht geprüft haben und über die wir deshalb nichts behaupten. Die Frage, die weiterhilft, ist also nicht „ob beschichtet“, sondern „womit“ — und darauf antworten die sechs Hersteller unseres Vergleichs in vier verschiedenen Genauigkeitsgraden.
Welcher Hersteller sagt am genauesten, was auf den Platten liegt?
Unold, mit einer Einschränkung. Auf der Produktseite stehen Werkstoffklasse (Keramik), Produktname, Zulieferer und ausgeschlossene Stoffgruppe zusammen — das schafft sonst keiner im Feld. Die Einschränkung: In der mitgelieferten Anleitung steht davon nichts, dort heißt es nur „Antihaft-Beschichtung“. Severin nennt Werkstoff und Ausschluss im Datenblatt und bestätigt den Werkstoff wenigstens in der Anleitung. Gastroback nennt Träger, Lagenzahl und einen Ausschluss, den Werkstoff der Schicht aber nicht. Krups und Steba nennen zu ihren Geräten nur, dass beschichtet ist. In unserer Matrix führt das auf dem Kriterium „Beschichtung: benannt oder nur behauptet“ zu 85 Punkten für Severin, 84 für Unold, 68 für den Gastroback Pro 4, 62 für das Gastroback 42424, 38 für Krups und 35 für Steba — Severin liegt vorn, weil beide seiner Quellen dieselbe Werkstoffklasse nennen.
Gehört zum VergleichWaffeleisen für belgische Waffeln: 6 Geräte im VergleichEine belgische Waffel ist vor allem eine dicke Waffel. Wie dick, sagt genau einer von sechs Herstellern — und dasselbe Haus, das für sein Herzwaffeleisen den Durchmesser auf den Millimeter angibt, schreibt bei der belgischen Bauform „extra tief“.Zum Vergleich

2 weitere Fragen dazu

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.

Wie dieses Urteil entstanden ist

Bewertungsgrundlage: Datenanalyse aus Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Normwerten und ausgewerteten Fremdtests — kein eigener Praxistest. Deshalb schreiben wir „Empfehlung“ und nicht „Testsieger“.

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Bildnachweise

Caso Design (Herstellerbild) · Rommelsbacher (Herstellerbild)