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Pfannen ohne PFAS: Was die Abkürzungen bedeuten und was die Hersteller dazu sagen

PFAS, PTFE und Teflon werden durcheinandergeworfen, obwohl sie verschiedene Dinge bezeichnen. Was zusammengehört, was nicht — und der auffällige Befund, dass keiner der geprüften Hersteller diese Wörter überhaupt in den Mund nimmt.

Dr. Michael NiestrojVeröffentlicht 02. September 2026Aktualisiert 02. September 20263 Min. Lesezeit
Gehört zum VergleichPfannen ohne Beschichtung: 4 Pfannen im VergleichWer eine Pfanne ohne Beschichtung sucht, hat die Wahl zwischen zwei Werkstoffen, die Gegensätzliches verlangen: Edelstahl ist pflegeleicht und verspricht keine Antihaftwirkung. Eisen entwickelt eine — dafür muss es eingebrannt werden und darf nie nass stehen bleiben.Zum Vergleich

3 weitere Fragen dazu

Inhalt · 5 Abschnitte
  1. 01Was die Abkürzungen bezeichnen
  2. 02Der Befund: Die Hersteller sagen dazu gar nichts
  3. 03Der Umweg, der funktioniert
  4. 04Die Falle heißt nicht PFAS, sondern Produktname
  5. 05Was an die Stelle der Beschichtung tritt

Drei Begriffe stehen im Suchcluster nebeneinander und meinen nicht dasselbe. Bevor man nach einer Pfanne sucht, die etwas nicht hat, hilft es zu wissen, was man da eigentlich ausschließt.

Was die Abkürzungen bezeichnen

  • PFAS ist ein Sammelbegriff. Er steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen — eine sehr große Stoffgruppe, nicht ein einzelner Stoff.
  • PTFE ist einer dieser Stoffe: Polytetrafluorethylen. Es gehört zur PFAS-Gruppe.
  • Teflon ist keine Stoffbezeichnung, sondern ein Markenname für PTFE-Beschichtungen. Umgangssprachlich wird er für Antihaftbeschichtungen überhaupt verwendet, auch für solche, die anders aufgebaut sind.

Praktisch heißt das: Wer „ohne PTFE“ sucht, sucht enger als wer „ohne PFAS“ sucht. Und wer „ohne Teflon“ sucht, meint meistens beides und manchmal etwas Drittes.

Der Befund: Die Hersteller sagen dazu gar nichts

Wir haben für unseren Vergleich vier unbeschichtete Pfannen von zwei Herstellern ausgewertet, jeweils die vollständige Produktseite samt Datenblock.

Das Wichtigste in Kürze

Produktseiten mit dem Wort PFAS
0 von 4
Produktseiten mit dem Wort PTFE
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Kein einziges Mal. Weder Fissler noch Turk greifen die Begriffe auf, obwohl im Suchcluster zu Pfannen ein Dutzend Anfragen auf höchster Priorität genau danach fragen.

Das ist kein Verstecken — bei einer Pfanne ohne jede Beschichtung stellt sich die Frage sachlich gar nicht. Es ist aber eine verpasste Auskunft: Wer wegen dieser Sorge sucht, findet auf der Herstellerseite kein Wort, das ihn beruhigt, und muss den Umweg über die Materialangabe gehen.

Der Umweg, der funktioniert

Statt nach einem Begriff zu suchen, der nicht da ist, prüft man drei Felder:

PrüfpunktWas dort stehen sollte
Materialein reiner Werkstoff — „Edelstahl 18/10“, „Schmiedeeisen“, „Gusseisen“. Kein Zusatz, keine Schicht
Beschichtungdas Feld sollte gar nicht existieren. Existiert es, ist die Pfanne beschichtet
Material Griffderselbe Werkstoff oder ein anderes Metall. Steht dort Kunststoff, ist er es auch

In unserem Feld sieht das so aus:

PfanneMaterialangabe des Herstellers
Fissler Original-Profi (beide)„Edelstahl 18/10“, Griff „Edelstahl 18/10“. Die Beschreibung nennt sie ausdrücklich „die unbeschichtete Pfanne“
Turk (beide)„Schmiedeeisen“. Dazu der Satz: „Sie kommt komplett ohne künstliche Beschichtung aus“

Beides ist eindeutig. Nur eben nicht mit dem Wort, nach dem gesucht wird.

Die Falle heißt nicht PFAS, sondern Produktname

Der praktisch häufigste Fehlgriff hat mit Chemie nichts zu tun. Wir haben für diesen Vergleich zuerst eine bekannte deutsche Serie geprüft, deren Name nach massivem Metall klingt — und auf deren Kollektionsseite die Felder „Innenbeschichtung“ und „Außenbeschichtung“ stehen, samt einer Ausführung „mit beschichtetem Schüttrand“.

Wörter wie „Profi“, „Resist“, „Titan“ oder „Stein“ im Produktnamen sagen über die Beschichtung nichts. Das Datenfeld sagt alles.

Was an die Stelle der Beschichtung tritt

Das ist die Frage hinter der Frage. Eine Antihaftbeschichtung leistet etwas, und wer sie weglässt, muss wissen, was er stattdessen bekommt:

  • Bei Edelstahl: nichts. Fissler verspricht an keiner Stelle eine Antihaftwirkung. Die Pfanne ist zum scharfen Anbraten gedacht; ob etwas haftet, entscheidet die Temperatur, nicht die Oberfläche.
  • Bei Eisen: die Patina. Turk schreibt es selbst: „Ihre Antihaftwirkung entsteht ganz natürlich durch die Patina und wird mit der Zeit immer besser.“ Das ist eine Schicht aus eingebranntem Öl, die man selbst aufbaut — sie kann nicht abblättern, weil sie ständig erneuert wird.

Welche vier Pfannen wir verglichen haben und wie sie sich sonst unterscheiden, steht in der Bestenliste der Pfannen ohne Beschichtung. Wie die Patina entsteht und welches Öl dafür taugt, klärt der Ratgeber zum Einbrennen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PFAS, PTFE und Teflon?
PFAS ist der Oberbegriff für eine große Gruppe fluorhaltiger Verbindungen. PTFE — Polytetrafluorethylen — ist eine davon und der Stoff, aus dem klassische Antihaftbeschichtungen bestehen. Teflon wiederum ist kein Stoff, sondern ein Markenname für PTFE-Beschichtungen; umgangssprachlich wird er für Antihaftbeschichtungen aller Art verwendet, auch für solche mit anderem Aufbau. Wer „ohne PTFE“ sucht, schließt weniger aus als wer „ohne PFAS“ sucht.
Enthalten unbeschichtete Pfannen PFAS?
Nach den Materialangaben der vier von uns geprüften Pfannen enthalten sie überhaupt keine Beschichtung — Fissler nennt „Edelstahl 18/10“ für Körper und Griff, Turk „Schmiedeeisen“ und schreibt ausdrücklich, dass die Pfanne „komplett ohne künstliche Beschichtung“ auskommt. Wo keine Antihaftschicht ist, ist auch kein PTFE. Auffällig bleibt, dass keiner der beiden Hersteller die Begriffe PFAS oder PTFE überhaupt verwendet; die Frage wird über das Material beantwortet, nicht über eine ausdrückliche Zusage.
Woran erkenne ich eine PFAS-freie Pfanne beim Kauf?
An drei Feldern der Produktbeschreibung, nicht am Namen. Erstens „Material“: Dort sollte ein reiner Werkstoff stehen — Edelstahl mit Legierungsangabe, Schmiedeeisen, Gusseisen. Zweitens: Ein Feld „Innenbeschichtung“ oder „Beschichtung“ sollte gar nicht vorhanden sein. Drittens „Material Griff“, denn dort steckt bei manchen Pfannen doch Kunststoff. Wir haben bei der Recherche eine Serie geprüft, deren Name nach massivem Metall klingt und die beide Beschichtungsfelder führt — der Produktname taugt nicht als Hinweis.
Ist eine Edelstahlpfanne besser als eine Eisenpfanne, wenn ich keine Beschichtung will?
Beide sind unbeschichtet, sie verhalten sich nur gegensätzlich. Edelstahl ist pflegeleicht, rostet nicht, darf in die Spülmaschine — entwickelt aber nie eine Antihaftwirkung; ob etwas haftet, entscheidet allein die Temperatur. Eisen entwickelt mit der Patina eine natürliche Antihaftwirkung, die mit den Jahren besser wird, verlangt dafür aber Einbrennen, Handwäsche und Trockenhalten. Wer Bequemlichkeit will, nimmt Edelstahl; wer will, dass die Pfanne besser wird, nimmt Eisen.
Sind beschichtete Pfannen deshalb gefährlich?
Diese Frage beantworten wir hier bewusst nicht. Uns liegt dazu keine Quelle vor, die wir geprüft hätten, und ohne Quelle behaupten wir auf dieser Seite nichts — auch nicht das Beruhigende. Was sich sagen lässt und für die Kaufentscheidung zählt: Eine Beschichtung ist eine Verschleißschicht. Sie wirkt vom ersten Tag an und lässt über die Jahre nach, und wenn sie beschädigt ist, ist die Pfanne am Ende. Eine unbeschichtete Pfanne hat diese Grenze nicht — bei Eisen wird die Oberfläche mit der Zeit sogar besser.
Dr. Michael Niestroj, Herausgeber & verantwortlicher Redakteur

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Dr. Michael Niestroj

Herausgeber & verantwortlicher Redakteur

Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.

Wie dieses Urteil entstanden ist

Bewertungsgrundlage: Datenanalyse aus Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Normwerten und ausgewerteten Fremdtests — kein eigener Praxistest. Deshalb schreiben wir „Empfehlung“ und nicht „Testsieger“.

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Bildnachweise

Gastroback (Herstellerbild) · Reishunger (Herstellerbild)