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Pfannen ohne Fett braten: Was ohne Beschichtung wirklich geht

„Ohne Fett“ ist der Wunsch, „mit wenig Fett“ ist das, was die Hersteller tatsächlich schreiben. Der Unterschied ist kein Marketing-Detail, sondern die ganze Antwort — und es gibt zwei bauliche Wege dorthin, die nichts miteinander zu tun haben.

Dr. Michael NiestrojVeröffentlicht 02. September 2026Aktualisiert 02. September 20263 Min. Lesezeit
Gehört zum VergleichPfannen ohne Beschichtung: 4 Pfannen im VergleichWer eine Pfanne ohne Beschichtung sucht, hat die Wahl zwischen zwei Werkstoffen, die Gegensätzliches verlangen: Edelstahl ist pflegeleicht und verspricht keine Antihaftwirkung. Eisen entwickelt eine — dafür muss es eingebrannt werden und darf nie nass stehen bleiben.Zum Vergleich

3 weitere Fragen dazu

Inhalt · 5 Abschnitte
  1. 01Was tatsächlich dasteht
  2. 02Die zwei baulichen Wege — und sie haben nichts gemeinsam
  3. 03Der dritte Weg ist keine Bauart, sondern Temperatur
  4. 04Was das für die Menge an Fett heißt
  5. 05Wofür welcher Weg taugt

Fangen wir mit der Antwort an, die niemand gern gibt: Kein Hersteller in unserem Vergleich verspricht fettfreies Braten. Nicht einer.

Was zwei von ihnen versprechen, ist etwas anderes — und es ist trotzdem hilfreich.

Was tatsächlich dasteht

Das Wichtigste in Kürze

Pfannen mit Fettversprechen
2 von 4
Pfannen mit dem Versprechen „ohne Fett“
0 von 4

Fissler, zur Novogrill-Ausführung: „Die Waffelstruktur der Novogrill Bratfläche ermöglicht ein Anbraten mit Grilleffekt – auch mit wenig Fett.“

Turk, zu beiden Eisenpfannen: „Sie kommt komplett ohne künstliche Beschichtung aus. Ihre Antihaftwirkung entsteht ganz natürlich durch die Patina und wird mit der Zeit immer besser.“

Und im selben Haus, im Pflegehinweis derselben Pfanne: „Wenn du sie nach dem Kochen einfach auswischst und hin und wieder leicht einölst, bleibt sie dir ein Leben lang erhalten.“

Eine Pfanne, die man leicht einölen soll, ist keine Pfanne für fettfreies Braten. Das ist kein Widerspruch des Herstellers, sondern eine Präzisierung: Das Fett steckt bei Eisen in der Oberfläche, nicht in der Portion.

Die zwei baulichen Wege — und sie haben nichts gemeinsam

WegWie er wirktWann er wirkt
WaffelstrukturDas Bratgut liegt auf Erhebungen statt flächig auf. Weniger Kontaktfläche, weniger Haftungsofort, ab dem ersten Gebrauch
PatinaEine eingebrannte, ständig erneuerte Ölschicht in der Oberfläche des Eisenserst nach dem Einbrennen, und sie wird über Monate besser

Der Unterschied ist praktisch wichtig. Die Waffelstruktur ist am ersten Tag genauso gut wie am tausendsten und ändert sich nie. Die Patina ist am ersten Tag nichts und wird immer besser — vorausgesetzt, man behandelt sie richtig.

Der dritte Weg ist keine Bauart, sondern Temperatur

Bei Edelstahl gibt es weder Struktur noch Patina — und trotzdem lässt sich damit braten, ohne dass alles kleben bleibt. Der Grund liegt nicht in der Pfanne, sondern im Ablauf.

Fissler nennt als Einsatzzweck ausdrücklich „das scharfe Anbraten von Fleisch, Krustentieren und Gemüse“. Bei diesem Vorgang bildet das Bratgut selbst eine Kruste, und sobald die Kruste steht, löst es sich von der Pfanne. Wer zu früh wendet, reißt es auseinander und schließt daraus, die Pfanne tauge nichts.

Was das für die Menge an Fett heißt

Praktisch, und ohne dass wir dafür etwas erfinden müssten:

  • Ganz ohne geht es bei keiner der vier Pfannen. Das behauptet auch keiner der beiden Hersteller.
  • Weniger geht. Die Waffelstruktur ist genau dafür gebaut, und eine eingespielte Patina braucht deutlich weniger als eine frisch eingebrannte Pfanne.
  • Bei Edelstahl ist die Temperatur der Hebel, nicht die Fettmenge. Eine richtig heiße Pfanne mit wenig Fett hält besser als eine lauwarme mit viel.

Wofür welcher Weg taugt

  • Steak, Kotelett, alles mit Kruste: Waffelstruktur. Das Bratgut liegt auf, bekommt Grillstreifen und braucht wenig Fett.
  • Spiegelei, Pfannkuchen, alles Flächige und Empfindliche: eingespielte Eisenpfanne. Eine Struktur wäre hier hinderlich, eine Patina genau richtig.
  • Anbraten und danach Sauce ziehen: glatter Edelstahl. Der Bratensatz löst sich beim Ablöschen von einer glatten Fläche besser als aus Vertiefungen.

Welche vier Pfannen wir verglichen haben und wie sie sich sonst unterscheiden, steht in der Bestenliste der Pfannen ohne Beschichtung. Wie die Patina überhaupt entsteht und welches Öl dafür taugt, klärt der Ratgeber zum Einbrennen.

Häufige Fragen

Kann man in einer unbeschichteten Pfanne ohne Fett braten?
Nach den Angaben der Hersteller nicht. Keiner der beiden in unserem Vergleich verspricht fettfreies Braten — Fissler schreibt zur Waffelausführung „auch mit wenig Fett“, und Turk empfiehlt für seine Eisenpfannen ausdrücklich, sie „hin und wieder leicht einzuölen“. Weniger Fett ist realistisch, gar keines nicht. Wer das braucht, kommt an einer Beschichtung schwer vorbei; die hat dafür andere Nachteile.
Was bringt eine Waffelstruktur in der Pfanne?
Sie verringert die Kontaktfläche. Das Bratgut liegt auf den Erhebungen statt flächig auf dem Boden, haftet dadurch weniger an und bekommt Grillstreifen. Fissler nennt als Wirkung „ein Anbraten mit Grilleffekt – auch mit wenig Fett“. Der Vorteil ist ab dem ersten Gebrauch da und ändert sich nie. Der Preis: In den Vertiefungen bleibt beim Auswischen mehr hängen, und beim Ablöschen liegt weniger Bratensatz am Boden an — für Saucen ist eine glatte Fläche besser.
Warum klebt in meiner Edelstahlpfanne alles fest?
Meistens wegen der Temperatur, nicht wegen der Pfanne. Edelstahl entwickelt keine Antihaftwirkung; damit sich Fleisch löst, muss erst eine Kruste entstehen, und dafür braucht es Hitze. Zwei Fehler sind typisch: die Pfanne zu früh belegen und zu früh wenden. Ein Test ohne Thermometer: ein Tropfen Wasser in die Pfanne — zischt er weg, ist sie zu kalt; läuft er als Kugel über den Boden, ist sie so weit. Und wenn das Fleisch beim ersten Versuch nicht nachgibt, ist es noch nicht fertig.
Wird eine Eisenpfanne wirklich von selbst antihaftend?
Der Hersteller beschreibt es so: „Ihre Antihaftwirkung entsteht ganz natürlich durch die Patina und wird mit der Zeit immer besser.“ Die Patina ist eine eingebrannte Ölschicht, die beim ersten Einbrennen angelegt und danach mit jedem Braten erneuert wird. Sie ist am Anfang schwach und wird über Wochen und Monate besser — genau umgekehrt zu einer Beschichtung, die vom ersten Tag an nachlässt. Voraussetzung ist, dass man sie nicht zerstört: keine Spülmaschine, kein Scheuermittel, nicht nass stehen lassen.
Welches Fett eignet sich zum Braten in unbeschichteten Pfannen?
Eines mit hohem Rauchpunkt, weil unbeschichtete Pfannen für hohe Temperaturen gebaut sind und dort auch ihre Stärke haben. Turk nennt für das Einbrennen ausdrücklich Sonnenblumen-, Raps- und Erdnussöl und rät von Olivenöl, Butter und kaltgepressten Ölen ab, weil sie zu früh verbrennen. Für das Braten selbst gilt derselbe Gedanke: Butter gehört ans Ende, wenn die Hitze schon heruntergeregelt ist, nicht an den Anfang eines scharfen Anbratens.
Dr. Michael Niestroj, Herausgeber & verantwortlicher Redakteur

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Dr. Michael Niestroj

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.

Wie dieses Urteil entstanden ist

Bewertungsgrundlage: Datenanalyse aus Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Normwerten und ausgewerteten Fremdtests — kein eigener Praxistest. Deshalb schreiben wir „Empfehlung“ und nicht „Testsieger“.

KI-Transparenz: Recherche, Datenaufbereitung und Textentwurf entstanden mit KI-Unterstützung und wurden anschließend redaktionell geprüft und verantwortet. Details

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