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RatgeberDatenanalysesaugroboter für hohe türschwellen

Saugroboter für hohe Türschwellen: zwei von sechs Häusern nennen überhaupt eine Zahl

Ob der Roboter das Bad überhaupt erreicht, hängt an einer einzigen Zahl: der Schwelle, die er nehmen kann. Von sechs Herstellern veröffentlichen sie zwei — beide 20 Millimeter, beide ohne Messvorschrift, und einer davon mit zwei Fußnoten, die sich um den Faktor fünf widersprechen. Die übrigen vier schweigen; eines dieser Häuser wirbt ausgerechnet mit „mehrere Etagen“.

Dr. Michael NiestrojVeröffentlicht 16. September 2026Aktualisiert 16. September 202611 Min. Lesezeit
Gehört zum VergleichSaugroboter ohne Absaugstation: 6 Geräte im Vergleich2 weitere Fragen dazu am Ende des Beitrags
Inhalt · 10 Abschnitte
  1. 01Vier von sechs Häusern nennen die Zahl nicht
  2. 02Zweimal 20 Millimeter — zweimal etwas anderes gemeint
  3. 03AEGs zwei Fußnoten, von denen die zweite nicht passt
  4. 04Die zwei Zahlen, die Dreame nicht belegt
  5. 05Die Höhe, die jeder nennt, ist die eigene
  6. 06Treppen steigt keines — und zwei Häuser verlangen dafür Handarbeit
  7. 07Bei Severin ist die Stufenhöhe ein Schalter
  8. 08Beworben wird die Etage, nicht die Stufe
  9. 09Was das für den Kauf heißt
  10. 10Das Gerät, bei dem die Zahl im Datenblatt steht

Zwischen Flur und Bad liegt eine Schwelle. Zwischen Parkett und Fliesen eine Übergangsschiene, zwischen Wohnzimmer und Balkontür eine Kante. Für einen Saugroboter ist das keine Kleinigkeit, sondern die Frage, ob er den Raum überhaupt erreicht — und alles, was er nicht erreicht, putzt weiter jemand von Hand.

Man würde erwarten, dass diese Zahl in jedem Datenblatt steht. Wir haben die Hausquellen der sechs Geräte unseres Vergleichs daraufhin durchgesehen, Produktseite und Anleitung getrennt. Das Ergebnis ist knapper, als es sein sollte.

Das Wichtigste in Kürze

Geräte im Vergleich
6
Häuser mit einer Schwellenhöhe
2 von 6
beide nennen denselben Wert
20 mm
davon mit einer Messvorschrift
0 von 2
Häuser, die eine eigene Bauhöhe nennen
5 von 6

Vier von sechs Häusern nennen die Zahl nicht

Gesucht haben wir in den Quellen, die der Hersteller selbst veröffentlicht: Produktseite, Datentabelle, Datenblatt und — wo es eine gibt — die Bedienungsanleitung.

GerätSchwellenhöheWo wir gesucht habenZu Amazon
Dreame D2020 mmDatentabelle der Produktseite, dazu das Benutzerhandbuch (98 Seiten)Preis auf Amazon prüfenAnzeige
AEG 7000 AR71HW1DG20 mmWerbetext der Produktseite, mit zwei FußnotenPreis auf Amazon prüfenAnzeige
Severin RB 7025keine AngabeProduktseite und 196 Anleitungsseiten — das Wort „Schwelle“ kommt null Mal vorPreis auf Amazon prüfenAnzeige
Medion X41 SWkeine AngabeProduktseite und 162 Anleitungsseiten — ebenfalls null MalPreis auf Amazon prüfenAnzeige
Xiaomi S20keine AngabeProduktseite und Spezifikationsseite; die Anleitung ist vor dem Kauf nicht zu öffnenPreis auf Amazon prüfenAnzeige
iRobot Roomba 205keine Angabedeutsche und amerikanische Produktseite und die Modellvergleichsseite; die Anleitung ist vor dem Kauf nicht zu öffnenPreis auf Amazon prüfenAnzeige

Bilder: AEG (Herstellerbild) · Dreame (Herstellerbild) · iRobot (Herstellerbild) · Medion (Herstellerbild) · Severin (Herstellerbild) · Xiaomi (Herstellerbild)

Weil ein fehlendes Wort ein schwacher Beleg ist, haben wir gegengeprüft und nach jedem Millimeterwert in diesen Quellen gesucht, gleich in welchem Zusammenhang. Bei Severin, Medion und iRobot steht überhaupt keine Millimeterangabe. Bei Xiaomi stehen drei, und alle drei sind die eigenen Maße: „Φ325 x 98mm“ für den Roboter, „146 x 122 x 98mm“ für die Ladestation, „Kompakte Größe von 325mm“ im Werbetext.

Zweimal 20 Millimeter — zweimal etwas anderes gemeint

Dass beide Häuser auf dieselbe Zahl kommen, sieht nach einem Branchenwert aus. Sieht man genauer hin, sagen sie damit Verschiedenes.

Dreame führt sie als Datenfeld, in einer Reihe mit Saugleistung, Behältervolumen und Akkukapazität:

Maximal überwindbare Türschwellenhöhe | 20 mm
Dreame, Datentabelle der Produktseite zum D20

Im eigenen Benutzerhandbuch steht dieselbe Zahl noch einmal — aber als Verbot, in einer anderen Einheit und an den Leser gerichtet:

Prüfen Sie, ob die Türschwelle des Zimmers höher als 2 cm ist. Der Roboter kann nicht über hohe Schwellen oder Stufen fahren.
Dreame, Benutzerhandbuch D20, Kapitel „Vorbereitung des Zuhauses“

Das ist kein Widerspruch, sondern dieselbe Grenze von zwei Seiten: In der Tabelle ist sie ein Können, in der Anleitung eine Hausaufgabe für den Käufer. Bemerkenswert ist, welche der beiden Fassungen vor dem Kauf sichtbar ist.

AEG formuliert es als Werbesatz, und zwar über „Hindernisse“, nicht über Schwellen:

Mithilfe der Lidar-Technologie werden akkurate Karten des Grundrisses erstellt und dadurch eine individuelle Reinigung deines Zuhauses ermöglicht. Außerdem können Hindernisse bis 20mm überwunden werden*.
AEG, Produktseite 7000 AR71HW1DG

Das Wort „Schwelle“ taucht bei AEG erst in der Fußnote auf — und die Fußnoten sind der eigentliche Fund.

AEGs zwei Fußnoten, von denen die zweite nicht passt

An dem einen Satz hängen zwei Sternchen. Das erste führt zu einer sauberen Messbedingung, das zweite zu einer Zahl, die das Fünffache der Zahl im Satz ist:

Basierend auf einem internen Test zu Schwellen mit leerem Wassertank ohne Wischen * Basierend auf erkennbarem Höhenunterschied von über 10 cm
AEG, die beiden Fußnoten zum Satz „Hindernisse bis 20mm“, im Wortlaut hintereinander

Die erste Fußnote ist die einzige Messbedingung, die im ganzen Feld zu einer Schwellenzahl existiert: leerer Wassertank, kein Wischen, interner Test. Das sagt zwar nichts über Untergrund, Anlauf oder Wiederholungen — aber es ist eine Bedingung, und sonst nennt keiner eine.

Die zweite passt nicht zur ersten. 10 Zentimeter sind das Fünffache von 20 Millimetern, und ein Gerät, das 10 Zentimeter „erkennbaren Höhenunterschied“ voraussetzt, beantwortet eine andere Frage als eines, das 20 Millimeter überfährt. Was hier belegt werden soll, lässt sich aus der Hausquelle nicht auflösen. Wir übernehmen deshalb keine der beiden Zahlen als Tatsache, sondern halten den Widerspruch fest.

Dazu kommt eine dritte Fassung derselben Aussage. Auf der Kategorieseite des Hauses steht die Zahl ohne jede Fußnote und nicht für ein Gerät, sondern für das ganze Programm:

AEG Staubsaugerroboter schaffen es, Schwellen von bis zu 20 mm Höhe zu überwinden.
AEG, Kategorieseite Saugroboter

Ein Haus, eine Zahl, drei Genauigkeitsstufen — und die knappste steht dort, wo die meisten Leser zuerst landen.

Die zwei Zahlen, die Dreame nicht belegt

Dreame ist in diesem Vergleich das Haus mit der besten Datenlage, und das hat einen bestimmten Grund: Unter der Datentabelle der Produktseite stehen sechs Haftungsausschlüsse, die zu den beworbenen Zahlen die Herkunft nennen.

Beworbene AngabeWas Dreame dazu schreibt
Produktabmessungen„können um bis zu 2 mm variieren“
13.000 Pa„basierend auf Daten aus unserem internen Labor“
100 % verhedderungsfrei„Vom TÜV SÜD zertifiziert“
350 ml und 700 ml„basierend auf Daten aus unserem internen Labor“
285 min Laufzeit„basierend auf Daten aus unserem internen Labor im Saug- und Wischmodus“
SprachsteuerungHinweis auf das nötige Fremdgerät
20 mm Schwellenhöhenichts
5.200 mAh Akkukapazitätnichts

Das Wichtigste in Kürze

Haftungsausschlüsse auf Dreames Produktseite
6
davon zur Schwellenhöhe
0
Tabellenwerte mit physikalischer Einheit
9
davon ohne Herkunftsangabe
2
Schwellenangaben im Feld mit einer Messbedingung
1 von 2

Das ist der eigentliche Befund dieses Abschnitts. Ein Haus, das selbst bei den Produktmaßen eine Toleranz von zwei Millimetern ausweist, lässt ausgerechnet den Wert unkommentiert, der eine mechanische Höchstleistung beschreibt. Bei welchem Anlauf, auf welchem Untergrund, mit welchem Wassergewicht die 20 Millimeter zustande kamen, steht nirgends. AEG sagt wenigstens „leerer Wassertank, ohne Wischen“ — und AEG ist das Haus mit der dünneren Datenlage.

Die zweite unbelegte Zahl steht eine Zeile tiefer und hat dieselbe Handschrift: Die Akkukapazität von 5.200 mAh trägt ebenfalls keinen Haftungsausschluss — und es ist die größere von zwei Zahlen, die dasselbe Haus für denselben Akku nennt. Die Anleitung führt „Bemessungskapazität 4,8 Ah“ und „Typische Leistung 5,2 Ah“; auf der Verkaufsseite steht die zweite.

Die Höhe, die jeder nennt, ist die eigene

Fünf der sechs Häuser veröffentlichen ihre eigene Bauhöhe, eines davon sogar auf den Zehntelmillimeter genau. Nur eines dieser fünf veröffentlicht zugleich die Höhe, die das Gerät überwinden kann.

GerätEigene BauhöheÜberwindbare SchwelleZu Amazon
Severin RB 702570 mmkeine AngabePreis auf Amazon prüfenAnzeige
Dreame D2096,9 mm20 mmPreis auf Amazon prüfenAnzeige
Medion X41 SW98 mmkeine AngabePreis auf Amazon prüfenAnzeige
Xiaomi S2098 mmkeine AngabePreis auf Amazon prüfenAnzeige
iRobot Roomba 205101 mmkeine AngabePreis auf Amazon prüfenAnzeige
AEG AR71HW1DGkeine Angabe20 mmPreis auf Amazon prüfenAnzeige

Bilder: AEG (Herstellerbild) · Dreame (Herstellerbild) · iRobot (Herstellerbild) · Medion (Herstellerbild) · Severin (Herstellerbild) · Xiaomi (Herstellerbild)

Die Umkehrung ist auffällig genug, um sie zu benennen: Das einzige Haus, das weder Durchmesser noch Höhe noch Gewicht seines Geräts veröffentlicht, ist eines der beiden, die eine Schwellenhöhe nennen. Und alle vier Häuser, die zur Schwelle schweigen, geben die eigene Bauhöhe an — Medion und iRobot auf den Millimeter, Xiaomi in Millimetern, Severin gerundet auf ganze Zentimeter.

Ein Größenvergleich, der die Zahl einordnet: Zwischen dem flachsten und dem höchsten Gerät dieses Vergleichs liegen 31 Millimeter. Die Spanne der Bauhöhen im Feld ist damit größer als die höchste Schwelle, die irgendein Haus zu nehmen verspricht.

Treppen steigt keines — und zwei Häuser verlangen dafür Handarbeit

Zur Frage „Kann der Roboter Stufen steigen?“ gibt es in diesem Vergleich eine klare Antwort: Kein einziges der sechs Häuser behauptet das. Wo überhaupt von Treppen die Rede ist, geht es um das Gegenteil — darum, nicht hinunterzufallen. Und genau dort wird es interessant.

Dreame verlangt ein Teil, das es nicht mitliefert. Im Kapitel „Vorbereitung des Zuhauses“ steht als Schritt 2:

Montieren Sie vor der Reinigung die physische Barriere an den Kanten von Treppen, um dem Roboter ein reibungsloses Arbeiten zu ermöglichen.
Dreame, Benutzerhandbuch D20

Der bestimmte Artikel liest sich, als läge die Barriere bei. Der Lieferumfang der Produktseite führt zehn Positionen — Roboter, Ladestation, Hauptbürste mit Schutz, Seitenbürste, Staubbehälter, Wasserbehälter, Wischer-Pad, Halterung, Benutzerhandbuch, Schnellstartanleitung. Eine Barriere ist nicht darunter, und die Anleitung sagt auch nicht, was sie sein soll oder wo man sie bekommt. Die Sicherheitshinweise derselben Anleitung machen daraus eine Bedingung: „Benutzen Sie den Roboter nicht in einem Bereich, der über dem Boden freisteht, ohne dass eine Schutzbarriere vorhanden ist.“ Das Gerät hat Klippensensoren — sie sind als Bauteil benannt und in der Wartungstabelle mit Intervall geführt —, und der Hersteller verlässt sich trotzdem nicht auf sie.

Bei AEG liegen die Sperren dem billigeren Gerät bei. Das Zubehörfeld unseres Modells nennt „Ladestation, zusätzliche Seitenbürste“. Beim Schwestermodell AR61UW1DG, das eine Preisklasse darunter liegt und ohne Lidar arbeitet, steht dagegen „Zubehör: Ladestation, 4 Magnetstreifen, Wischpad, Reinigungstool“. Wer beim teureren Gerät eine Treppe sperren will, braucht die App — die Sperre ist von der Kiste in die Software gewandert.

Medion verspricht auf der Produktseite und schweigt in der Anleitung. Dort heißt es: „Bodensensoren verhindern ein Herunterfallen an Treppen oder Vorsprüngen.“ In der 162 Seiten starken Bedienungsanleitung kommt das Wort „Treppe“ dann null Mal vor; die Sensoren heißen dort „Anti-Sturzsensoren“ und tauchen nur in der Bauteilliste und in einer Reinigungsanweisung auf. Eine Grenze — ab welcher Fallhöhe, bei welchem Belag, bei welcher Bodenfarbe — steht in keiner der beiden Quellen.

Bei iRobot und Xiaomi steht auf der Produktseite gar nichts dazu. Weder „Treppe“ noch „Schwelle“ noch die englischen Entsprechungen kommen vor, auch nicht auf iRobots amerikanischer Seite. Beide Anleitungen sind vor dem Kauf nicht zu öffnen; mehr als „auf der Produktseite steht es nicht“ lässt sich hier nicht sagen.

Bei Severin ist die Stufenhöhe ein Schalter

Der interessanteste Fall ist das einfachste Gerät. Severins Produktseite wirbt mit einer automatischen Erkennung:

Treppenstufenerkennung durch moderne Sensortechnik und optimale Ecken- und Kantenreinigung durch die extra langen Seitenbürsten
Severin, Produktseite RB 7025 „chill“, Merkmalsliste

Die Anleitung beschreibt etwas anderes: Handarbeit, vor jedem Bodenwechsel, und zwar an allen drei Sensoren gleichzeitig.

Alle 3 Fallsensoren gleichzeitig in die gleiche Stellung bringen: Bei hellen Böden und flachen Stufen Stellung 0 bis 1. Bei dunklen Böden und höheren Stufen Stellung 2 bis 3.
Severin, Gebrauchsanleitung RB 7025, Kapitel „Gerät an Untergrund anpassen“

Vier Stellungen, zwei Bedingungen, die sich überlagern — Helligkeit des Bodens und Höhe der Stufe —, und nicht ein einziger Millimeterwert. Was „flach“ ist und was „höher“, entscheidet der Käufer. Ob er richtig entschieden hat, erfährt er hinterher: Ist die Einstellung falsch, leuchtet eine LED auf der Geräteoberseite. Und die Störungstabelle derselben Anleitung nennt den Fall beim Namen — steht der Schieberegler „auf einer Stellung für helle Böden, während das Gerät auf einem dunklen Boden eingesetzt wird“, dann fährt der Roboter „andauernd rückwärts“. Abhilfe: Stellung 3.

Das ist derselbe Befundtyp, der uns in diesem Bestand schon bei Portionen, bar und Entkalkungsintervallen begegnet ist: eine Größe, die wie ein Maß aussieht und keins ist. Hier ist die Stufenhöhe nicht einmal eine Zahl, sondern eine von vier Raststellungen. Dass dieselbe Anleitung die bestimmungsgemäße Verwendung auf „ebene“ Hartböden begrenzt, ist die ehrlichste Auskunft zur Schwellenfrage, die dieses Gerät gibt — sie steht nur an der Stelle, die vor dem Kauf niemand liest.

Beworben wird die Etage, nicht die Stufe

Zwei Häuser bewerben ausdrücklich den Einsatz über mehrere Ebenen. Medion trägt „mehrere Etagen“ sogar im Produktpfad und in der Kurzbeschreibung der eigenen Shopseite. iRobot schreibt in der FAQ seiner Produktseite:

ClearView™ LiDAR scannt deinen Raum und erstellt bis zu 3 Karten. Das funktioniert sogar auf verschiedenen Ebenen deines Zuhauses, die du in der Roomba® Home App anpassen kannst.
iRobot, FAQ der Produktseite Roomba 205

Beides ist richtig und beides meint dasselbe: Der Roboter kann sich mehrere Grundrisse merken. Er kommt nicht selbst dorthin. Genau diese beiden Häuser veröffentlichen keine Schwellenhöhe — die Karte für das Obergeschoss gibt es, die Angabe, welche Kante das Gerät auf dem Weg zum Bad nimmt, nicht.

Was das für den Kauf heißt

  • Messen Sie Ihre höchste Schwelle, bevor Sie suchen. Sie ist das einzige Maß dieser Kaufentscheidung, das Sie selbst genau kennen. Alles darüber ist Herstellerangabe, und in diesem Feld eine, die vier von sechs Häusern gar nicht machen.
  • 20 Millimeter ist keine Branchengarantie, sondern die Zahl von zwei Häusern. Sie steht bei Dreame in der Datentabelle und bei AEG im Werbetext — die übrigen vier Geräte könnten mehr oder weniger schaffen. Wir wissen es nicht, und sie sagen es nicht.
  • Lesen Sie die Fußnote, nicht die Zahl. Die einzige Messbedingung im ganzen Feld lautet „leerer Wassertank, ohne Wischen“. Wer den Roboter mit vollem Tank wischen lässt, fährt nicht in dem Zustand, in dem die Zahl entstanden ist.
  • Rechnen Sie die Absicherung der Treppe mit. Ein Haus verlangt eine physische Barriere und liefert sie nicht mit; ein anderes legt die Magnetstreifen nur dem kleineren Modell bei. Bei den Lidar-Geräten ersetzt die App die Sperre — das setzt voraus, dass Sie die App benutzen wollen.
  • Wenn die Wohnung Schwellen hat, ist der Türstopper die bessere Frage als die Saugleistung. Ein Raum, den das Gerät nicht erreicht, wird nicht schlechter gereinigt, sondern gar nicht.

Das Gerät, bei dem die Zahl im Datenblatt steht

In unserem Vergleich ist der Dreame D20 das einzige Gerät, bei dem die Schwellenhöhe als Datenfeld dasteht, in einer Zeile mit Saugleistung und Behältervolumen. Er führt die Liste auch insgesamt an, mit 71 von 100 Punkten — und zwar, weil bei ihm mehr Zahlen dastehen als bei den anderen, nicht weil er besser saugt. Gemessen hat das niemand von uns.

Was Sie mitkaufen, steht oben: eine Grenze, die der Hersteller ohne Messbedingung angibt, und eine Anleitung, die eine Schutzbarriere an Treppenkanten verlangt, die nicht im Karton liegt. Beides ist vor dem Kauf zu erfahren — man muss nur die 98 Seiten öffnen.

Alle sechs Geräte mit Noten, vollständiger Matrix und den Einzelbelegen stehen in der Bestenliste der Saugroboter ohne Absaugstation. Warum der Produktname nicht verrät, ob ein Gerät wischt, steht im Ratgeber zu Saugrobotern ohne Wischfunktion. Und dass fehlende Datenblattangaben in dieser Warenklasse die Regel und nicht die Ausnahme sind, zeigt der Ratgeber zu fehlenden Herstellerangaben.

Häufige Fragen

Welche Türschwellenhöhe schafft ein Saugroboter?
Das veröffentlichen in unserem Vergleich zwei von sechs Herstellern, und beide nennen denselben Wert: 20 Millimeter. Dreame führt ihn als Datenfeld auf der Produktseite („Maximal überwindbare Türschwellenhöhe 20 mm“) und wiederholt ihn im Benutzerhandbuch als Verbot in einer anderen Einheit: „Prüfen Sie, ob die Türschwelle des Zimmers höher als 2 cm ist. Der Roboter kann nicht über hohe Schwellen oder Stufen fahren.“ AEG schreibt auf der Produktseite „Hindernisse bis 20mm“ und auf der Kategorieseite „Schwellen von bis zu 20 mm Höhe“. Die vier übrigen Häuser nennen keine Zahl — bei Severin und Medion haben wir Produktseite und Anleitung vollständig gelesen, bei iRobot und Xiaomi ist die Anleitung vor dem Kauf nicht zu öffnen. 20 Millimeter sind damit die Angabe von zwei Herstellern, nicht der Wert der Geräteklasse.
Kann ein Saugroboter Treppen oder Stufen steigen?
In diesem Vergleich behauptet das kein einziges der sechs Häuser. Wo überhaupt von Treppen die Rede ist, geht es um das Gegenteil: Medion schreibt „Bodensensoren verhindern ein Herunterfallen an Treppen oder Vorsprüngen“, Severin wirbt mit „Treppenstufenerkennung durch moderne Sensortechnik“, und Dreame verlangt in der Anleitung sogar eine physische Barriere an Treppenkanten. Die höchste Angabe, die überhaupt existiert, sind die 20 Millimeter von Dreame und AEG — das ist eine Türschwelle, keine Stufe. Wer über mehrere Etagen reinigen will, trägt das Gerät. Zwei Häuser bewerben allerdings genau diesen Einsatz: Medion führt „mehrere Etagen“ im Produktnamen, iRobot speichert bis zu drei Karten „auf verschiedenen Ebenen“ — gemeint ist der Kartenspeicher, nicht der Weg nach oben.
Woran erkenne ich vor dem Kauf, ob der Roboter meine Schwelle nimmt?
Am zuverlässigsten daran, dass Sie Ihre Schwelle selbst nachmessen — es ist das einzige Maß dieser Kaufentscheidung, das Sie genau kennen. Auf Herstellerseite gibt es drei Fundstellen, und sie sind unterschiedlich viel wert: ein Datenfeld in der technischen Tabelle (das macht in unserem Vergleich nur Dreame), ein Satz im Werbetext mit Fußnote (AEG) oder gar nichts (vier von sechs). Achten Sie auf die Fußnote, nicht auf die Zahl: Die einzige Messbedingung im ganzen Feld stammt von AEG und lautet „Basierend auf einem internen Test zu Schwellen mit leerem Wassertank ohne Wischen“. Mit vollem Wassertank und angebautem Wischmopp ist das Gerät schwerer und fährt nicht in dem Zustand, in dem die Zahl entstanden ist.
Warum steht bei AEG einmal 20 Millimeter und einmal 10 Zentimeter?
Das lässt sich aus den Quellen des Herstellers nicht auflösen, und deshalb übernehmen wir keine der beiden Zahlen als Tatsache. Der Satz auf der Produktseite lautet „Außerdem können Hindernisse bis 20mm überwunden werden*“ und trägt zwei Fußnoten. Die erste passt: „Basierend auf einem internen Test zu Schwellen mit leerem Wassertank ohne Wischen.“ Die zweite lautet „Basierend auf erkennbarem Höhenunterschied von über 10 cm“ — das ist das Fünffache der Zahl im Satz, und sie beschreibt vermutlich eine andere Eigenschaft als das Überfahren einer Schwelle. Auf der Kategorieseite desselben Hauses steht dieselbe Zahl ganz ohne Fußnote und pauschal für alle AEG-Saugroboter. Ein Haus, eine Zahl, drei Genauigkeitsstufen.
Was bedeuten die vier Sensorstellungen beim Severin RB 7025?
Sie sind der Ersatz für eine Zahl. Der RB 7025 hat drei Fallsensoren, und die Anleitung verlangt, sie von Hand einzustellen — alle drei gleichzeitig und in dieselbe Stellung: „Bei hellen Böden und flachen Stufen Stellung 0 bis 1. Bei dunklen Böden und höheren Stufen Stellung 2 bis 3.“ Zwei Bedingungen überlagern sich also, die Helligkeit des Bodens und die Höhe der Stufe, und keine davon ist beziffert. Was „flach“ ist und was „höher“, entscheidet der Käufer. Ist die Einstellung falsch, leuchtet eine LED auf der Geräteoberseite; auf dunklen Böden fährt der Roboter laut Hersteller dann „andauernd rückwärts“. Die Produktseite wirbt für dasselbe Bauteil mit „Treppenstufenerkennung durch moderne Sensortechnik“ — das ist derselbe Sensor, nur ohne den Handgriff.
Liegt eine Treppensperre bei den Geräten bei?
In diesem Vergleich bei keinem der sechs. Bemerkenswert ist der Fall Dreame: Das Benutzerhandbuch verlangt im Kapitel „Vorbereitung des Zuhauses“ ausdrücklich „Montieren Sie vor der Reinigung die physische Barriere an den Kanten von Treppen“ und verbietet in den Sicherheitshinweisen den Betrieb „in einem Bereich, der über dem Boden freisteht, ohne dass eine Schutzbarriere vorhanden ist“ — im Lieferumfang der Produktseite stehen aber zehn Positionen, und keine davon ist eine Barriere. Was genau gemeint ist und wo man sie bekommt, sagt die Anleitung nicht. Bei AEG liegen vier Magnetstreifen dem kleineren Schwestermodell AR61UW1DG bei, nicht dem Gerät dieser Liste; dort übernimmt die App die Sperre. Bei den Lidar-Geräten heißt „Treppe sperren“ also in der Regel: eine No-Go-Zone in der Hersteller-App einzeichnen.
Gehört zum VergleichSaugroboter ohne Absaugstation: 6 Geräte im VergleichWer ohne Absaugstation sucht, meint meistens: kein Turm im Flur. Er bekommt aber vier verschiedene Bauarten — von einem Gerät ganz ohne Station bis zu einem, das den Staub im Roboter zusammenpresst. Und ausgerechnet die Größe, die dann den Alltag bestimmt, veröffentlicht nur die Hälfte der Häuser vollständig.Zum Vergleich

2 weitere Fragen dazu

Dr. Michael Niestroj, Herausgeber & verantwortlicher Redakteur

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Michael verantwortet Warenrat redaktionell und technisch. Sein Ansatz kommt aus der Softwareentwicklung und der Datenanalyse: Eine Kaufempfehlung ist nur so viel wert wie die Rechnung dahinter. Deshalb steht bei jedem Gerät offen, welche Kriterien mit welchem Gewicht in die Note eingeflossen sind und woher jede Zahl kommt — Herstellerangabe, Norm, Bedienungsanleitung, zitierter Fremdtest oder eigene Messung. Und wenn eine Einschätzung falsch war, wird sie sichtbar korrigiert statt still überschrieben.

Wie dieses Urteil entstanden ist

Bewertungsgrundlage: Datenanalyse aus Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Normwerten und ausgewerteten Fremdtests — kein eigener Praxistest. Deshalb schreiben wir „Empfehlung“ und nicht „Testsieger“.

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Bildnachweise

Kärcher (Herstellerbild) · Rowenta (Herstellerbild, freigestellt auf weißem Grund)